Die Prinzessin von der Birke oder Schönes vom Rande

Schlecht vorbereitet aber gut gelaunt ging es erneut in den Norden. Und Birkenwerder ließ sich nicht lumpen. Alle waren gekommen, um uns zu begrüßen und uns willkommenzuheißen. 

Hurra – das ganze Dorf war da! Schade, dass man über Geschmack bekanntlich nur streiten kann.





Die Barnimer Nationalhymne – das dreischneidige Schwert des wehrhaften Föderalismus.


Stets auf der Suche nach regionalen Ritualen und liebenswerten Absonderlichkeiten stießen wir auf einen ‘Weihnachtsmarkt’. Worte reichen nicht aus, um dieses Spektakel annähernd zu beschreiben. Das muss man einfach selbst erlebt haben.

Respekt! Ein solches Feuerwerk gleich zu Beginn hatten wir noch nie. Begeistert mischten wir uns unters Volk und genossen die unaufdringlich entspannte Atmosphäre. Hierbei fiel unser Blick auf etliche bizarre Eigenheiten, die das hiesige Leben bietet.

Graffiti – Zeichen urbaner Auflehnung und Merkmal unterdrückter Kreativität noch unterdrückterer Minderheiten. Doch auch die Provinz kennt diese Wege der Entäußerung künstlerischer Energie. Lange standen wir vor diesen szenetypischen Werken der jungen Wiulden von Birkenwerder.
Angst vor Bevölkerungsabnahme? Schrumpfhysterie? Demographische Hexenmeisterei?
An der Birkenwerderaner  Bevölkerung prallt Meinungsmacherei dieser Coleur einfach ab. 
Kernige Brandenburger sammeln sich um die wenigen Kinder und bilden Familien ohne auf
 Traditionen zu achten. Im Bild erblicken wir das Erfolgsmodell schlechthin – den flotten Dreisamer!

Doch unser Weg führte uns auch hinaus in das reizvolle, ganz Birkenwerder liebevoll umschließende Sumpfland. Die üblichen Brandenburger Seen und grundeigentümlichen Rückzugsbastionen mussten natürlich auch hier besichtigt werden.

‘Versucht nur, euch mit uns zu schlagen!/ Ja, unre schrägen Augen, gierig schon/ Verkünden: Wir sind Skythen, Asiaten!’


Natürlich waren die Einrichtung der Verkehrssünderkartei in Flensburg, die Aufnahme von Ghana in die UNESCO oder die Auslieferung des ersten OPEL ‘Kapitäns’ die schillernden Ereignisse, die die Menschen von 1958 in ihren Bann zogen. 
Doch wir sind gewiss, dass da noch mehr war.


Ich vermute mal, dass der Ausdruck ‘seereal’, der mir bei diesem Anblick unwillkürlich in den Sinn kommt, zu den eher unbedachteren Wortschöpfungen gehören könnte.


Und schließlich der Sumpf. Bohle an Bohle ein Genuss der Sinne!

Schließlich endete unser Ausflug in einer gar wunderfeinen Schenke. Am Bahnhof gelegen machte sie prinzipiell den Eindruck einer gewöhnlichen Bahnhofsrestauration. Doch weit gefehlt! Zu den knackigen Klängen der 50er und umringt von unzähligen Rock’n’Roll-Devotionalien schlürften wir angetan unser Bier und schieden dann mit einem nicht unbedeutenden Klumpen Wehmut von diesem bezaubernden Flecken Randberlins.

Es gibt Kneipen, in denen ist richtig was los – es gibt Kneipen, in denen ist so richtig was los…

Und nächsten Sonnabend gehts nach Oranienburg!!!

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