Die Stadt ohne Wappen

Ahrensfelde!
Da muss eigentlich nicht mehr viel gesagt werden. Der Name spricht für sich.

Zunächst aber doch ein paar Informationen zu den diffizilen Begrifflichkeiten, die mit Ahrensfelde verbunden sind:

Der S-Bahnhof, dem unsere neueste Reise gelten soll, trägt zwar den Namen Ahrensfelde, liegt aber mitten im wunderschönen Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Das „wahre“ Ahrensfelde wird irgendwo hinter der Stadtgrenze, bzw. Hinter der Akzisemauer vermutet. Dort hängt der unauffällige Siedlungsversuch mit seinen Kumpeln Blumberg, Eiche, Lindenberg und Mehrow ab und geht arglos den Beschäftigungen einer gewöhnlichen Speckgürtelschönheit nach. Oberflächliche Beobachter mögen hier vielleicht nervös werden. Und wahrlich, die Kostbarkeiten Ahrensfeldes erschließen sich erst auf den zweiten Blick. Sehenswürdigkeiten wie bspw. eine „Dorfkirche und ein parkähnlicher Friedhof“ finden sich schließlich kaum in einer zweiten deutschen „Stadt“. Auch die direkt durch den Ort führende Bundesstraße 158, die für die angrenzenden Bezirke Berlins als Zubringer zum Berliner Ring fungiert, verspricht abwechslungsreiche Staus und andere spannende Erlebnisse. Doch das ist noch bei weitem nicht alles. Ein kurzer Antippen der Ahrensfelder Buchstaben bringt das Internet zu wahrer Raserei – ob Reitershop, Hundesportverein oder Tennisclub, ob dekadentes Amüsemang im Lindenhof oder spirituelle Erholung in der evangelischen Gemeinde – die „Boomtown Ahrensfelde“ hat bislang noch jeden Skeptiker überzeugt!

Doch Ahrensfelde hat verschiedene Gesichter. Ein ganz charmantes ist in jedem Falle in der Blumberger Nachbarschaft zu finden. Hier findet sich nicht nur die Hauptstadtabteilung der Berliner Polizei – „743 Polizeivollzugsbeamte, 14 Verwaltungsbeamte und 133 Tarifbeschäftigte“ warten ungeduldig auf unseren Besuch – sondern auch „die Fliegerstaffel Ost oder das Polizeiorchester des Präsidiums“ laden zu einem gemütlichen Plausch über Gott und die Peripherie ein. Oder man schaut den Eingeborenen bei einem Rundgang einfach ein wenig über die Schulter und kann dabei entdecken wie hier „…in modernster Werkstatt Fahrzeuge, Waffen und Funkgeräte der Beamten aus dem Großraum Berlin instand gesetzt…“ werden.

Schließlich noch das letzte Trumpfass für Ahrensfelde: Fussball. Wir werden das Territorium des mehr als wahrscheinlichen Aufsteigers ‘Grün-Weiß Ahrensfelde’ besuchen (Mir fehlte irgendwie die Motivation um zu ermitteln, was ich genau unter der Barnimliga zu verstehen habe.). Leider verpassen wir das Spiel gegen den Friedrichswalder SV, da wir am Sonnabend ja,  wie bereits angedeutet, Besseres vorhaben.

Auch die S-Bahn wird dieses Mal brav mitspielen. Kostspielige und hartnäckige Recherchen ergaben, dass der Verkehr störungsfrei durchgeführt wird.

Verbürgte Verbindungen wären:

13:05 oder13:15
… und nach lächerlichen 29 Minuten sind wir da!
Also, keine Widerrede und bis bald!
Sonntag, 19.11. 2006, an den S-Bahngleisen Alexanderplatz, mittig

 

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