Frisch gelesene Bücher: Blackout

Was passt besser zu einer Nacht im eisigen, dunklen Zelt als ein knackiger Schmöker über einen flächendeckenden Zusammenbruch der Stromversorgung. Es hatte durchaus seinen Reiz eingemummelt im Schlafsack bei schummrigen Licht ein Szenario entfalten zu lassen, dass der Realität vieler Protagonisten des Stromausfallromans auffällig ähnelte. Abgesehen davon bin ich recht angetan von dem Gelesenen. Auf 800 Seiten skizziert der Autor die Folgen eines zweiwöchigen Stromausfalls im Februar, anfangs „nur“ in Europa, später auch in den USA.

Es bleibt hierbei festzuhalten, dass die Stärken des Buchs meines Erachtens in der Dichte der technischen Beschreibung liegt. Also das was mich an derlei Szenarien auch am meisten interessiert. Der vielschichtige Blick auf die Folgen und deren Folgen. Wenn man sich mit einigen Freunden mal darauf einlassen würde, zu überlegen wie Europa nach zwei Wochen ohne Strom aussehen würde, käme man wahrscheinlich nur auf die Hälfte der hier angesammelten Spekulationen.

Die Schwächen des Buchs liegen dabei wohl am ehesten in den Charakteren und der kausalen Auflösung der ganzen Angelegenheit. Die politische Motivation der Verursacher des Stromausfalls wird eher stiefmütterlich und hastig abgehandelt. So, als ob man diese leidige Notwendigkeit des menschlichen Faktors nun auch noch absolvieren müsse. Doch dies fällt alles nicht so schwer ins Gewicht als das es den Wert des Buches deutlich mindern würde.

Schön auch, dass die im Buch mitten im Krisenstab zitierte Studie „Gefährdung und Verletzbarkeit moderner Gesellschaften – am Beispiel eines großräumigen und langandauernden Ausfalls der Stromversorgung“ tatsächlich existiert (in Fiktion, wie ich denke mal auch in der Realität hat sie natürlich keiner gelesen!) und jederzeit zu beziehen ist. Das nenn ich mal einen Fortsetzungsroman! 

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