Frisch gelesene Bücher: Das Schlangenschwert

Nach längerer Zeit gab ich mich mal wieder einem der Werke Lukianenkos hin. Nachdem ich ja von seinen letzten Streichen nicht sonderlich überzeugt war (“Bewahrer des Chaos”, “Spektrum”), vermochte mich dieses Buch schon eher wieder auf gewissen Weise einzunehmen. Auch wenn Titel wie Gestaltung des Buchumschlags lang dazu führten, dass dieses Buch ein tristes Wartedasein in meinem Bücherschrank führen musste – der Inhalt überrascht über alle Maßen. schlangenschwert Eines sei hierbei jedoch gleich vorweg gesagt: Es handelt sich eindeutig um einen Jugendroman, doch um einen der besseren Sorte. Da die Jugend ja nachweislich bessere Sachen zu tun hat als zu lesen, habe ich keine Bedenken wenn ich mir solch ein Buch quasi stellvertretend für die analpabetisierende Generation zu Gemüte führe. Das “Schlangenschwert” ist nicht nur, wie bereits erwähnt, ein sehr gutes Jugendbuch, sondern gliedert sich in ein Genre, welches ich tendenziell schmerzhaft vermisse. Es handelt sich um lupenreine Science-Fiction mit Abenteuercharme ohne dabei in irgendeiner Weise zu infantilisieren oder über Gebühr Fantasyanleihen zu nehmen. Die Handlung spielt in einer fernen Zukunft in der die Menschheit den Weltraum kolonisiert hat und in Kontakt mit Außerirdischen steht. Der Protagonist des Buchs, ein 13jähriger Junge, gerät dabei in die Ränkespiele der Politik und erfährt hierdurch so einiges über die inneren Zusammenhänge der ihn umgebenden Welt. Dabei ist die Handlung nie langweilig oder vorhersehbar und die angesprochenen Probleme lassen vergessen, dass angeblich ein Halbwüchsiger diese durchlebt. Fazit: Sollte da draußen noch irgend ein Heranwachsender Genuss am Lesen haben, sollte es noch dazu jemand sein, der gelegentlich verträumt in die Sterne schaut und die Bestimmung des Polarsterns auch ohne Apfeltasche bewerkstelligt, so sei er zu diesem Buch herzlichst eingeladen. Alle Erwachsenen mit vergleichbaren Ambitionen selbstverständlich auch.    

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