Frisch gesehene Bücher: Verblendung

Dem aufmerksame Genießer dieser belanglosen Alltagsbeobachtungen wird bereits aufgefallen sein, dass die letzte Buchvorstellung schon ein wenig her ist. Dies liegt nur zum Teil daran, dass ich etwa weniger Zeit für entspannende Lektüre hätte, sondern vielmehr an dem Umstand, dass die vorgestellte Neuentdeckung ein gewaltiger Dreiteiler war, dessen erster Teil hier ausführlich bejubelt wurde und dessen weitere Teile dann auch nicht weiter enttäuschten. Ganz im Gegenteil. Außerdem bin ich gegenwärtig an einem ungemein  zähen, aber enorm inspirierenden Schinken (dazu später mehr!) dran bin. Das alles fordert Zeit bis ich euch wieder mit neuen Lesererlebnissen beglücken kann.

Da passt es doch hervorragend wenn der vielgepriesene Roman dieser Tage seine Premiere in den hiesigen Lichtspielhäusern erfuhr. Die Verfilmung des geschriebenen Worts kann in unserer Zeit Adelung wie Vernichtung gleichermaßen bedeuten. Ähnlich wie die Vertonung eines, die Massen bewegenden Gedichts, in grauen Vorzeiten, erzeugt der Versuch ein Buch, welches viele bewegte, zu verfilmen, schon im Vorfeld stets die gleiche vorfreudige Angst. In diesem Falle überwiegt die Freude bei weitem. Immer wieder frage ich mich bei detaillreichen und hintergrundgewaltigen Büchern wie ein Drehbuchautor an so etwas rangeht. Doch so wie es in diesem Fall gemacht wurde, sollte es im Regelfall laufen: Man konzentriere sich auf die Hauptgeschichte (so man in der Lage ist, sie herauszukristallisieren), wähle überzeugende Darsteller und bleibe im weiteren so buchstabengetreu wie möglich. Wer hintergründige Nebeninformationen und die reizvolle Dynamik einer Universumserschaffung großer Werke genießen will, soll halt lesen. Ich bin in dieser Hinsicht recht dogmatisch und kenne keinen Film, der besser als das ihm zugrunde liegende Buch ist. Allein aus dem Umstand heraus, dass meine Vorstellungskraft potenter als jede künstliche Kreation ist.Doch, wie gesagt, die schwedische Produktion (die im übrigen schon im Februar 2010 den zweiten Teil verspricht) ist für den Freund der Romane eine unerlässliche Ergänzung. Insbesondere die Hauptfiguren sind exzellent besetzt und die Kulisse entsprach in großen Teilen genau meiner Vorstellung. Demensprechend für Leseratten wie Filmsüchtige die absolute Sehempfehlung.      

Kommentar verfassen