He, U-Bahnfahrer!

Ihr kriegt in der Regel nicht sonderlich viel Aufmerksamkeit und Lob gespendet, oder? Und wenn schon Aufmerksamkeit dann ist es meist nur das übliche, ewiggleiche Genörgel und Gemecker. Dabei ist euer tägliches und nächtliches Schaffen nicht hoch genug zu bewerten. Unablässig braust ihr durch die Wogen grenzdebiler Großstadtbewohner und irrlichternder Touristen, die auch nach Jahrzehnten selbst die einfachsten Regeln des urbanen Nahverkehrs nicht begreifen wollen oder können. Angesichts dessen bin ich, ob eurer oftmals an den Tag gelegten Lässigkeit und Kontenance, wenn mal wieder wer nicht wissen will wo er mit dem Fahrrad rein darf und wo nicht, so überrascht wie dankbar. Manch garstiger Tag in der sonst wahllos um sich tretenden Stadt ist durch derlei erdige Kommentare deinerseits eine entspannte Note verliehen wurden. Doch unlängst, als ich mal wieder in der U6 stand und heimwärts tuckerte, übertraft ihr euch nachgerade selbst. Manchmal wenn ich mit den Gedanken woanders bin, vergesse ich auf den ausgetretenen Pfaden des Heimwegs den Hund an die Leine zu nehmen. Daher wusste ich wer gemeint war, als folgender Spruch durch die Lautsprecher knarrte: “Werta Fahrgast! Ick muss Sie leida drauf hinweisen, dass die von Ihnen benutzte unsichtbare Leine merkwürdigaweise nicht den Beförderungsbedingungen der BVG entspricht. Ick würde Sie daher bitten mit einer herkömmlichen Leine vorlieb zu nehmen. Vielen Dank füa ihr Vaständnis!  Gar kein Ding! Immer gern wenn man so nett aufgefordert wird. Also nochmal: Vielen Dank Berliner U-Bahnfahrer für euch und bleibt weiter so wie ihr seid! Übellaunige, kleinkarierte Triebwagendiktatoren sind von dieser Lobhudelei natürlich ausgenommen!    

Ein Gedanke zu „He, U-Bahnfahrer!“

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