Mit dem Bus nach Potsdam

Auch wenn ich das beruhigende Hämmern der Schienen schon jetzt herbeisehne, die Solidarität mit den Lokführern tut nicht sonderlich weh. Eine entspannte Landpartie abseits der genormten und bekannten Verbindungen ließ mich sogar mehrfach vom Buch aufblicken. Nein, Herr Bürgermeister, gegen mich ist dieser Streik keinesfalls gerichtet. Ich kann auch an Arbeitskampf am Tag des Mauerfalls nichts Problematisches erkennen. Ganz im Gegenteil. An diesem neuralgischen Punkt der deutschen Geschichte empfinde ich Widerstand und Hinterfragen des Bestehenden mehr als angemessen. Wenn ich ein Problem an diesem Streik ausmache dann das gefühlte Streikbrecherwesen aller anderen Beschäftigten. Insbesondere U-Bahnfahrer und Straßenbahnfahrer beäuge ich mit ausgesuchtem Argwohn.

Aber wenn Sie sich schon einmischen in die Debatte, Herr Wowereit. Sie als Experte für Gutes tun, speziell für diese Stadt und das Weiterentwickeln sozialdemokratischer Werte im Besonderen. Wenn Sie ihren Job besser gemacht hätten, könnten wir ja jetzt die Bahnausfälle mittels neuem Flughafendrehkreuz kompensieren. Blöder Vorschlag zugegeben, aber auch nicht viel blöder als ihre Einwürfe zum Thema Streik. Nein, lassen wir mal Sarkasmus beiseite. Hilft ja auch nicht immer. Ganz im Ernst: Was hast du denn zu melden? Der Springer-Dreckschleuder und sonstigen Medien sei es gegeben, schließlich gehört derlei Manipulationsgedöns zu ihrem bemitleidenswerten Selbstverständnis. Aber du? Was soll das denn? Nein, ich werde in diesem Blog keine Kraftausdrücke verwenden, aber lass es gut sein! Verdrück deine letzten Krokodilstränen ins Poesiealbum der Arm&Sexy-Hipster und verzieh dich aufs Altenteil. Und beschränk deine öffentlichen Auftritte demnächst doch bitte auf dieses lineare Medium namens Fernsehen. Da soll es ein paar Talkshows geben in dem du ohne aufzufallen salbadern kannst.
Echt mal: ein unsensibler Streik wäre das? Ist nicht wahr, oder?! Dinge gibt’s… 

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