Nicht dass ich mich sonderlich angesprochen gefühlt hätte, aber eine mittelschwere Vertiefung in die nachfolgend zu sehende Werbebotschaft kann ich dennoch nicht verleugnen.

Ja, so sieht’s aus. Die saturierte, echte Mitte antwortet direkt und ohne Umschweife auf das Emporkömmlingsgewese aus dem sibirischen Teil Berlins. Das sieht mir mal nach ‘ner echten Ansage aus. Nun sind Kampagnen für Shopping-Erlebnis-Wüsten ja immer so eine Sache. Affektiert und minimal Glaubwürdig werben sie für das gewisse Etwas und den besonderen Thrill, welcher in Realität dann doch nur in öden Konsumorgien mündet und jedwede andere Beschäftigung durch humorlose Security und flächendeckende Überwachung zu unterbinden weiß. Aber abgesehen davon – schauen wir uns die Selbsdarstellung doch mal etwas genauer an!

Im Vordergrund steht, ganz klar freidrehende Artistik und hippe Straßenkunst. Skateboards, Alter! Das gehört hier zum historischen Inventar. Das gab es hier schon als ihr im Osten noch nach Rollschuhen angestanden habt. Und dazu diese ordentlich aufgestellte Reihe an diszipliniert, gleichsam vorsichtig entgrenztem Publikum. Jeder von ihnen, so scheint es, weiß auch er könnte hier einmal im Mittelpunkt stehen. Jeder, wirklich jeder. Natürlich erst nach den Einkäufen, versteht sich. “Berlins originellstes Shopping-Center” – wenn das mal nicht zu tief gestapelt ist!  

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