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…y aun sigo soñando

Wer dachte, dass das Verherrlichungspulver verschossen ist, hat sich arg geirrt. Bevor wir Evitaschmonzetten oder gar Udo Jürgens bemühen müssen, gibt es noch ohne Ende Stoff. Heute möchte ich beispielsweise die Herren von Soda Stereo präsentieren. Ihres Zeichens eine der bedeutendsten und einflussreichsten Rockbands Argentiniens. Soda Stereo vermochten es sogar einen arglosen Touristen wie mich anno dazumal zu erreichen und noch heute schimmert die Doppel-CD mit ihren größten Hits in meinem Regal. Bei diesem Lied handelt es sich nun um nichts Geringeres als eine unumwundene Liebeserklärung an die schönste Stadt der Welt. Leider gibt es kein richtiges Video dazu. Dafür aber eine hinreißende Collage mit etlichen, traumhaften Latinoschaffnern. Viel Spaß! 

Und natürlich auch wieder eine profunde Übersetzung. Mein herzlichter Dank gilt erneut der ibererbraut!
Teil VI – Javier Calamaro
Teil V – Madonna
Teil IV – Attaque 77Teil III – Markscheider KunstTeil II – MaanamTeil I – Carlos Gardel

Sweet Home Buenos Aires

Und weiter geht unsere musikalische Lobpreisungstour. Dieses Mal mit einem aufstrebenden, jungen Barden aus dem Land wunschloser Glückseligkeit. Javier Calamaro, welcher quasi nicht existiert da er bis jetzt noch ohne Eintrag beim Weltwissen auskommen muss, gibt uns heut ein Ständchen dessen Melodie den meisten doch recht bekannt sein sollte. Wie es Melodien ja so ist, sind diese ja Geschmackssache. Der knappe und aussagekräftige Text kann dagegen nicht bekrittelt werden.  (Dieses Mal ohne sprachlichen Beistand durch die iberbraut aber immer gern mit Verbesserungen durch euch!)

Teil V – Madonna
Teil IV – Attaque 77Teil III – Markscheider KunstTeil II – MaanamTeil I – Carlos Gardel

Just a little touch of star quality

Nun denn, in unserer heutigen Ausgabe von Verherrlichungsmelodien für die schönste Stadt der Welt werde ich mich mal der guten, alten Hauptströmungspopulärmusik widmen. Schließlich kommt ja keiner am Googlepöbel vorbei und die Suchergebnisse diesbezüglich sind eindeutig. Niemand anders als Madonna, das altgediente Schlachtross der Chartsümpfe gilt als die gefragteste Künstlerin wenn es um das Besingen von Buenos Aires geht. Na dann mal rin in den Genuss!

Rein manöverkritisch muss gesagt sein, dass es weitaus Schlimmeres von Madonna gibt. Wenn wir das Ganze jetzt aber durch die argentinische Brille sehen, muss die Hand mit den Scheiterhaufenstreichhölzern dennoch zwanghaft zucken. Wat ein Klischee, wat ein Kitsch. Aber gut, wollen wir auch hier mal ganz tolerant sein. Sowas muss halt rein in ein Video um die Kinnings irgendwie anzusprechen. Aber dieser Dudelbeat zu wohlfeilen Tangoschritten – nein, das ist eindeutig zuviel für meine Gauchoseele. Wenden wir unsere Aufmerksamkeit daher dem Text zu. Vielleicht ist da ja wenigstesn eine inhaltliche Perle zu finden. Take me in at your flood, give me speed
Give me lights, set me humming
Shoot me up with your blood, wine me up
With your nights, watch me coming
All I want is a whole lot of excess
Tell the singer this is where I’m playing

Nunja… man wird ja wohl noch hoffen dürfen. Damit dürfte so relativ alles zu Frau Ciccone und ihren Vorstellungen von der Welt als solcher und Buenos Aires im Besonderen gesagt sein. Bliebe höchstens anzufügen, dass auch wenn ich selbstredend nicht davor gefeit wäre, jede Gelegenheit beim Schopfe zu ergreifen um mich bei Argentiniern anzubiedern, kann man es dann doch schon stilvoller machen. Photo by  n i c o_ (via flickr)Teil IV – Attaque 77Teil III – Markscheider KunstTeil II – MaanamTeil I – Carlos Gardel

Buenos Aires fue, arde en medio del infierno

Mit dem heutigen Bueneos-Aires-Song kommen wir, nach den letzten Ausflügen in slawische Gefilde, wieder zurück ins Heimatland. Dafür handelt es sich auch nicht direkt um eine musikalische Verherrlichung im eigentlichen Sinne. Attaque 77, eine der erfolgreichten argentinischen Rockbands, malen hier wohl eher ein düsteres Bild von unser geliebten Siedlungsperle am Ende der Welt. Dennoch stellen Sie die Stadt dort wo sie hingehört – in den Vordergrund. Und selbstverständlich dürfen sie hier auch nicht fehlen, da diese Art von melodischem Softpunk dem Verfasser dieser Zeilen auch sonst ganz gut im Ohr liegt.

Wohlgemerkt, dieses Lied stammt aus der Zeit der Argentinienkrise (wir erinnern uns dunkel…), daher wollen wir die Aussage “Ich gehe weg von hier” mal nicht auf die Goldwaage legen. Auch dieses Man habe ich mich, wie unschwer zu erkennen ist, an eine Übersetzung gewagt (mit freundlicher Unterstützung der ibererbraut!) und so mag der Leser selbst entscheiden ob diese wackliger geraten ist als die Symmetrie der Tabelle.

¿De qué se ríe el tipo de los carteles?
Candidato a gobernador
Secuestros, robos, muertes inseguridad
No da más la situación.

Y es que el sistema hace rato ha colapsado
Pero aún factura igual
Nos llevan con promesas enganchados
Y ocultan la verdad

Podes ver que la superpoblación crece
Y estamos viviendo en un caos total
Si una simple lluvia detona la ciudad,
Y se inunda todo, y se pudre todo
Vos crees que estas a salvo acá?

Buenos Aires fue, arde en medio del infierno
Y seguimos acá avivando el fuego

Ellos te imponen las reglas del juego
De mayor rentabilidad
Al menor costo posible, sin excepción
De vidas humanas

Y así nomas nos van acostumbrando
A la agresividad
Viviendo en esta gran inmobiliaria,
Pagando el doble o más

Y entonces, seguimos creyendo
Que es este el único sitio para vivir

Y en las elecciones
Siempre vamos a votar
Necios y con miedo,
A las mismas ratas,
Somos hijos del rigor, nomas

Buenos Aires fue, arde en medio del infierno
Y seguimos acá avivando el fuego más
Buenos Aires fue, arde en medio del infierno
Yo me voy de acá antes de que me empiece a quemar

Y en las elecciones siempre vamos a votar
Somos su negocio, nos están matando
Y les damos de comer igual

Buenos Aires fue, arde en medio del infierno
Y seguimos acá avivando el fuego más
Buenos Aires fue, arde en medio del infierno
Yo me voy de acá antes de que me empiece a quemar

Worüber lacht der Typ auf den Plakaten?
Gouverneurskandidat!
Entführungen, Raubüberfälle, Todesfälle, Unsicherheit
Nicht anders ist unsere Situation.

Dies liegt daran, dass das System schon vor langer Zeit zusammengebrochen ist,
aber immer noch seine Rechnungen schreibt.
Sie umgarnen uns mit klebrigen Versprechen
und verheimlichen die Wahrheit

Du kannst sehen, dass die Überbevölkerung wächst
Wir leben in einem absoluten Chaos
Wenn ein einfacher Regen die Stadt lahmlegt,
alles überschwemmt, und alles verrottet,
glaubst Du, dass Du hier sicher bist?

Buenos Aires, brennt im Höllenfeuer
Und wir gießen weiterhin Öl ins Feuer

Sie schreiben die Regeln des Spiels vor
Rentabeler, möglichst geringe Kosten, ohne Ausnahme
Des menschlichen Daseins.

Und so gewöhnen wir uns
an Die Aggressivität
Leben in diesem großen Immobilienmarkt,
zahlen das Doppelte oder mehr

Und dann glauben wir immer noch,
dass dies der einzige Ort zum leben sei

Und bei den Wahlen
Immer, wenn wir wählen gehen,
Blöd und ängstlich,
und die gleichen Ratten wählen
Sind nur Kinder der Strenge (?)

Buenos Aires, brennt im Höllenfeuer
Und wir gießen weiterhin Öl ins Feuer
Buenos Aires ist das Brennen der Hölle
Ich gehe weg von hier, bevor es mich verbrennt

Und bei den Wahlen gehen wir immer wählen
Wir sind ihr Geschäft, sie bringen uns um
und geben uns gleichzeitig zu essen
Buenos Aires, brennt im Höllenfeuer
Und wir gießen weiterhin Öl ins Feuer
Buenos Aires, brennt im Höllenfeuer
Ich gehe weg von hier, bevor es mich verbrennt

Teil III – Markscheider KunstTeil II – MaanamTeil I – Carlos Gardel

Аргентина – Страна Поэтob

Die heutige Expedition in die schier unerschöpflichen Gefilde der vertonten Verherrlichungen für Buenos Aires ist durchaus als kleine Abweichung zu verstehen. Außer dem glückseligen Schlussrefrain wird recht wenig zu der Unvergleichlichkeit der Südhemisphärenperle gesagt. Doch die angesagte Reise durch die Lobhudeleihymnen kann ohne die Ausnahmecombo aus St. Petersburg schlichtweg nicht gelingen. Wer man einmal durch die gräuliche Kälte Russlands hinein in einen Auftritt von Markscheider Kunst gestolpert ist, weiß um die nahezu absurde Form von Dankbarkeit die man, angesichts der sowas von deplatziert wirkenden, angenehmen Stimmung um sich herum empfindet. Daher ist es das Geringste von meiner Seite den Herren an dieser Stelle hierfür ein kleines Denkmal zu setzen.

Teil II – MaanamTeil I – Carlos Gardel

Lecz przede wszystkim w Buenos Aires

Und weiter gehts mit unserer musikalischen Verherrlichungsreise zu Ehren Buenos Aires’. Diesmal führt uns der Weg in das prä-kriegsrechtgeplagte Polen. Die, in Polen recht populäre Gruppe Maanam bringen hier während des legendären Krajowy Festiwal Piosenki Polskiej w Opolu 1980 ein Lied zum Vortrag, welches zwar nur bedingt auf die Großartigkeit von Buenos Aires eingeht, dennoch aber kein Blatt vor den Mund nimmt wenn es um die besondere Stellung dieser Stadt geht.

Obwohl im eigentlichen Sinne hier nur die schlichte die Lust am Reisen besungen wird – eine Lust die der Autor dieser Zeilen intensivst nachempfinden kann, ist der Höhepunkt dieser Leidenschaft offensichtlich im Ankommen in Buenos Aires zu sehen. Schließlich kann man, wenn wir der charismatischen Bandleaderin vertrauen wollen (ihre weißen Turnschuhe verzeihen wir huldvoll, schließlich sind wir in den 80ern!), nur in Buenos Aires astrologische Neigungen frönen oder dem Champagner anständigzusprechen. Meine Zeit in Buenos Aires war zu kurz um dies eingehend zu überprüfen, doch selbstredend kann ich den Grundtenor des Liedes nur zustimmen: Egal was, in Buenos Aires macht es am meisten Spaß!
Für all die armen Seelchen da draußen, die tatsächlich immer noch nicht des Polnischen mächtig sind, habe ich nachfolgend mal eine kleine Übersetzung des Textes angefügt. (Ich weiß auch nicht, warum die Tabelle einen so verrutschten Eindruck macht!)

Serdecznie witam panie dziennikarzu
Zanim opowiem panu o swych planach
Na imię mam Gladys del Carmen
La Torullo Gladys Semiramis

Chcę jeszcze raz pojechać do Europy
Lub jeszcze dalej do Buenos Aires
Więcej się można nauczyć podróżując
Podróżować, podróżować jest bosko

Ciągle pan pyta co sądzę o mężczyznach
Ach proszę pana jaki pan jest ciekawski
Naturalnie myślę o mężczyznach
Ale teraz muszę jechać do Buenos Aires


Kiedy wybrali mnie syreną morza
Zaprosili mnie do pierwszej klasy
Częstowali mnie szampanem
Ja uwielbiam szampana w Buenos Aires

Buenos Aires /x4

Dalej pan pyta czy wierzę w astrologię
Chiromancje i horoskopy
Wszystkie inne sprawy czarowników
Oraz tego co się tyczy ciał astralnych

Więc co się tyczy astrologii
Oraz powiedzmy ciał astralnych
Planety Jowisz i innych obiektów
Oczarowują mnie,
lecz przede wszystkim w Buenos Aires

Tymczasem żegnam panie dziennikarzu
I niech pan nie zapomni przesłać
Stu egzemplarzy gazety z wywiadem
Podaruję panu zdjęcie z autografem

Chcę jeszcze raz pojechać do Europy
Lub jeszcze dalej do Buenos Aires
Więcej się można nauczyć podróżując
Podróżować, podróżować jest bosko
Herzlich Willkommen Herr Journalist,
bevor ich Ihnen über meine Pläne erzähle,
mein Name ist Gladys del Carmen
la Torullo Gladys Semiramis.

Ich möchte noch einmal nach Europa fahren
oder noch weiter nach Buenos Aires.
Reisend kann man mehr lernen
Reisen, reisen ist göttlich.

Ständig fragen Sie, was ich von den Männern halte.
Ich bitte sie, was sind sie neugierig.
Natürlich denke ich an Männer,
aber jetzt muss ich nach Buenos Aires fahren.

Als sie mich zu Meerjungfrau machten,
luden sie mich in eine erste Klasse ein,
boten mir Champagner an.
Ich begehre Champagner in Buenos Aires.

Buenos Aires /x4

Weiter fragen Sie ob ich an Astrologie glaube,
an Chiromatie und Horoskope,
alle anderen magischen Dinge
und alles was die Astralkörper betrifft.

Was die Astrologie betrifft
und sagen wir die Astralkörper,
Planet Jupiter und andere Objekte
sie entzücken mich,
aber vor allem in Buenos Aires

Indessen ist es Zeit sich zu verabschieden
und vergessen Sie nicht mir zu senden
hundert Exemplare der Zeitung mit dem Interview
Ich schenke Ihnen ein Foto mit Autogramm.

Ich möchte noch einmal nach Europa fahren
oder noch weiter nach Buenos Aires.Reisend kann man mehr lernenReisen, reisen ist göttlich.

Teil I – Carlos Gardel

Mi Buenos Aires querido

Angesichts meiner zuvor angebrachten Angekündigungen mag der eine oder andere treue Leser mit berechtigter Verwirrung reagieren. Schließlich handelt es sich bei dem servierten Thema weder um Wedding noch Friedrichshain, doch obwohl jegliche Schönheit auf Erden ohne die Stadtgründung am La Plata schlechterdings schwer vorstellbar ist, gehört die Metropole dennoch nur im weitesten Sinne zu, jener “umlagernden Peripherie”, welche das Doppelgestirn am Berliner Kiezhimmel beeinflusst. Bevor ich mich jedoch auf das verfängliche Feld der subjektiv-getränkten Stadtbezirksanalyse begebe, möchte ich zunächst eine, ab sofort regelmäßig erscheinende Verherrlichungskolumne für die schönste Stadt der Welt anstoßen. Und da die wirkungsvollsten Lobhudeleien in der Regel in vertonter Art daher kommen, möchte ich aus diesem Behufe die gelungensten Ständchen für Buenos Aires präsentieren.

Den Anfang macht Carlos Gardel, der “El Diez” des Tangos, mit einer bezaubernden Nummer an der Reeling. Was für eine Zeit, in der sich zwei Männer noch eng umschlungen Lieder vorsingen konnten?! Die visuellen Reize der Angebeteten sind zugegebenerweise ein wenig pixelig, aber das sollte letztlich nur dazu führen, dass bei euch Feingeistern die Vorstellungskraft gebührend  angeheizt und den Träumen freien Lauf gelassen wird.