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Es ist vollbracht – Level 8

Nach gut einem halben Jahr hab ich es nun endlich geschafft – der Olymp des Ingress-Universums ist erreicht. Mehr geht nicht! Selbstredend wurde diese finale Adelung bei der Verteidigung Tempelhofs errungen. Toll. Und nun?!

Was bleibt zu sagen zu den vergangenen Monaten im Dienste des Widerstands? Abgesehen von dem auf der Hand liegenden Datensammelrisiko, den diese Freizeitbeschäftigung selbstredend innewohnt, war es größtenteils sehr unterhaltsam. Dennoch wird es mich nun, da keine offensichtlichen Ziele mehr reizen, wieder hin zum guten alten geocachen ziehen. Letztlich störte mich bei all der innovativen Umdeutung der Wirklichkeit mit den verfügbaren Mitteln doch immer die Kurzlebigkeit aller Bemühungen. Mit Sicherheit werde ich nicht gänzlich aussteigen, die Macht von Level 8 will ja auch genossen werden, doch der tägliche Widerstand wird sich nun auch wieder auf andere Kanäle konzentrieren.  

Qual der Qual

Wenn wir einmal ganz entspannt und novemberlich versöhnlerisch das Wahlsystem der USA als halbwegs demokratisch ansehen wollen, dann erscheint jener krasse Einzelfall, welcher während des Wahlabends durch das Internet geisterte, doch gelinde gesagt ernüchternd.

Nun gut. Die Sache mit dem Einzelfall wollen wir hier mal einfach so stehen lassen. Ich empfehle wärmstens zum Stichwort Wahlcomputer und zum Themenbereich “The Best Democracy Money Can Buy” sich die zwei Stunden zu gönnen und den aktuellen Alternativlos-Podcast zu genießen.

Auch schön ist diesbezüglich der Vergleich auf netzpolitik.org von Wahlcomputern mit “einarmigen Banditen”. Auf jeden Fall sollte man angesichts dessen mehr als gewarnt sein und den Einsatz von wie auch immer gearteten Wahlcomputern hierzulande mit allen Mitteln zu verhindern. 

Verspielte Zeit

Immer öfter ertappt sich der betagte Mittdreißiger in mir ja dabei wie er all den neumodischen Schnickschnack verachtet und die angeblich so viel höhere Qualität und den, die Zeiten überdauernden Wert des Zeitgeists der eigenen Jugend anpreist. Allzu oft hört man sich in solchen Momenten sehr alt an, verdammt alt und auf vertraute Weise spießig ahnungslos.Möglicherweise befinde ich mich somit in der unvermeidlichen Anflugsschneise jeglicher Generationen vor mir. Und dennoch. Möge die Unbestechlichkeit der Geschichte entscheiden was an Miley Cirus, Flatratesaufen, Facebookeritis und Handyabhängigkeit in Tateinheit mit Analphabetismus und fröhlich in Kauf genommener Entpolitisierung die kulturell bedeutsamen Entwicklungen sein mögen, ich hege da eher leise Zweifel. Aber in einem Punkt möchte ich ohne jede Rücksichtnahme kategorisch intervenieren: Computerspiele! 
Was hätten wir für Möglichkeiten! Schließlich ist ein nicht unbedeutender Teil des Weges, den die aktuelle Computertechnologie zurückgelegt hat aufgrund der unerbittlichen Ansprüche der Gamer-Fraktion bewältigt wurden. Und dennoch. Kein noch so aufwändig gestaltetes, kampagnenstrotzendes Supergame der Gegenwart kann mit den puristischen, aber wahrhaftig innovativen Spielen der Anfangszeit mithalten. Und ich möchte hier nicht auf die Nostalgiedrüse drücken. Mir geht es weniger um Retromomente wie Pacman oder Space Invaders, da bin ich offen genug um zu erkennen, dass speziell in diesem Segment der Fortschritt etwas gebracht hat. Aber die etwas komplexere Welt der Strategiespiele konnte vom Technologieschub meines Erachtens kaum profitieren. Keines der heutigen Spiele kann jene tüftelnde Glückseligkeit erzeugen, zu der die ersten Point-and-Click-Adventures mit erstaunlicher Leichtigkeit in der Lage waren. Aus diesem Grund erregte mich die Möglichkeit eines fiktiven Lostspiels in diesem Stil natürlich ohne Maßen. Diese Zeiten sind natürlich vorbei, aber man wird doch noch träumen dürfen…