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Wunderschöne digitale Welt

Nach einem etwas übertrieben langen Subbotnik im Namen ehrenvoller Lohnarbeit melde ich mich nun zurück in den heiß vermissten Gefilden der Blogosphäre. Und wie könnte dies besser gelingen als mit einem entzückten Verweis auf das friedfertige und emsige Schaffen jener wundervoll durchgeknallten ASCIIvisten. Und wer jetzt noch nicht genug hat von der hypnotisierenden Ästhetik blinkender, grüner Zeichen, dem sei hier noch die Einladung zur Nerd-Mimikry nachgeschoben. In diesem Sinne: Schön wieder hier zu sein!   

Frisch gesehene Filme: Machete

Was macht der integrationslustige Zugezogene am Opferfest? Klare Sache – den neuen Rodriguez kieken! Schließlich bieten die Werke dieses Herrn erfahrungsgemäß ausreichend Opfer. Außerdem hat besagter Film sogar noch etwas beizutragen zur mäandernden Debatte von Migration und Integration. Selbstverständlich wird alles in äußerst einfachen und bissfertigen Stücken serviert. Grob gezimmerter Duktus der Sprache (“Machete schickt keine SMS/ Machete ist überall!”) und blutfontäniger Pathos gehört zum festen Interieur der Filme Rodriguezscher Machart.

Nichtsdestotrotz kann dieser Film wohl als sein mit Abstand politischster gelten. In den Blutauftankpausen erlauscht man den einen oder anderen Dialog, welcher die Scheinheiligkeit der us-amerikanischen Migrationspolitik anprangert. Ob es um den wahren Nutzwert neuer Grenzbefestigungen geht oder diese komische Sache angesprochen wird, dass sie sie in ihre Gärten, Häuser, ja sogar zu ihren Kindern gelassen werden, aber dennoch nicht in das Land ihrer Urgroßväter gehören. Nebenbei gibt es noch etliche visuelle Reize, die das bigotte us-amerikanische Publikum wohl gewaltig reizen müssen.

Einziges Manko bleibt Jessica Alba.  So sehr ich sie mag und ihr eine glitzernde Karriere wünsche, die Revolutionärin nehm ich ihr leider nicht ab. Das war zu piepsig, zu füßetrampelnd! Alles in allem aber ein netter Film zum Opferfest. Wer Rodriguez-Filme mag, wird hier nicht enttäuscht werden. Aber auch denen, die seinen Gewaltorgien sonst nicht so viel abgewinnen konnten, sei der Film ans pulsierende Herz gelegt.