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Fassadengeschichten

2016-06-22 18.24.34

Es war einmal vor nicht allzu langer Zeit in einem eher unbedeutenden Teil der Berliner Straßengalaxie, da beschloss ein kleiner Balkon seine türkische Identität dem vorbeieilenden Volke kundzutun. Doch es begab sich, dass eben dies einen anderen Balkon enorm verdross. Schon lang war es ihm ein Dorn in der Rabatte, dass so ein zugewanderter Balustradenverschnitt über ihm stand. So beschloss er flugs sich mit einer Fahne Deutschlands zu schmücken, um quasi im wahrsten Sinne des Wortes Flagge zu zeigen. Doch den perfiden Osmanen focht dies nicht im geringsten an, frech verdoppelte er sein Fahnenrepertoire. Mit der aufrichtigen Entrüstung, die nur ein wahrer besorgter Balkon nachempfinden kann, rüstete der untere Balkon nach. Doch er verdoppelte die Beflaggung nicht nur, nein, er vervierfachte sie. Die Halbmondveranda nahm dieses Treiben achselzuckend zur Kenntnis und beschloss das gegenseitige Wettrüsten mittels der einzigen rationalen Entscheidung zu begegnen – dem Hinzufügen einer weiteren Fahne. Nun verlor der Teutonenerker völlig die Fassung – er schwelgte in einem schwarzrotgoldenen Rausch, er okkupierte sämtliche Räume der angrenzenden Wohnung, tapezierte sie in den einzig wahren Farben, im Kühlschrank gab es nur noch Pils, Rindfleisch und Schwarzbrot und das sollte nur der Beginn einer dreifaltigen Umgestaltung der Wirklichkeit sein…

König Fußball fährt Eisenbahn

Es gibt gewisse Sachen, die verlangen eigentlich nach bedingungslosen Schweigen. Wenn, wie in diesem Fall, etwas so fantastisch ist, dass jede Erläuterung alles nur verwässern kann. Ich kann nicht anders: Vor kurzem kursierte im Netz ein Video von einer Dampflokomotive nebst angehängten Waggons, welche fauchend am Spielfeldrand eines laufenden Fußballspiels vorbeifuhr. Eine kurze Recherche offenbarte Kompatibilität mit möglichen Reiseplänen und schwups war ich hier. Ich präsentiere nun die Ansicht des Spektakels aus dem Zug. Und ich bin immer noch völlig von der Rolle.

Okay, keine Dampflokomotive, die wird nur für die blöden Saisontouristen herausgeholt, aber dennoch, mal im Ernst, wie hätte man das denn bitte für mich noch steigern können?! Mit dem angrenzenden internationalen Innereienfestival sowie dem pangalaktischen Büchertreff? Zum Glück blieb es nur bei Bier, Fußball und Eisenbahn auf engstem Raum.
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Mein persönliches Universum kollabierte keineswegs händeklatschend sondern stattdessen entfaltete sich ein traumhafter Sonntag. Mitten im Nirgendwo zwischen Bergen, Jánošík und gelassenen Menschen. Wir genossen mit circa 50 Zuschauern eine leistungsgerechte 0-1 Niederlage. Aber wer brauch schon schnöde Siege wenn man die Bahn im Rücken hat.

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Posted from Čierny Balog, Banská Bystrica Region, Slovakia.

Der kleine Unterschied

 

Wenn wir uns in der dunklen Zeit der Fußballabstinenz an jene turbulenten Erlebnisse mit dem geliebten Ballsport erinnern, wird von den meisten Kennern gern fein unterschieden zwischen richtigem Fußball und jener Spielart, die das schwache Geschlecht an den Tag legt. Dieser direkte Vergleich mag dazu beitragen, der Vorurteile mehr zu hegen und zu pflegen. Selbstverständlich hoffen wir alle dass es der kleinen Ronalda bald wieder besser geht!

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Disclaimer: Natürlich handelt es sich hier um keinen konkreten Fußballvergleich – eine der beiden Sportarten ist Rugby, australischer Rugby

MZB002 – Münzenberg – Pridnestrowische Soirée

  • Wir manöverkritteln unsere Erlebnisse in der PMR. Die zugehörigen Textergüsse gab es ja schon HIER und HIER.
  • Pfingsten und die allgemeine Feiertagslage
  • Saisonabschlussfazit
  • Grand Prix Eurovision de la Chanson

 

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Los! Jetzt! Hier!

Kaum isser eingeschrieben im Brandenburgischen schon isser unter lauter komischen Babelszwergen um sie gegen den deutlich heruntergekommenen Erzfeind zu unterstützen. Nett hier. Schön mal wieder die Füße baumeln zu lassen und mehr als den zugewiesenen halben Quadratmeter Fanraum genießen zu dürfen. Nur das Ergebnis stört ein wenig. Halbzeitstand 1-0.

Zwei Jahre später

Es versteht sich von selbst, dass ein gedehnter Gdanzig-Aufenthalt neben Bernsteinorgien, Hanseromantik und Backsteingotikexzessen auch einen Besuch im Stadion beinhalten muss. Hier tickelten sich die Iberer in Form und die Griechen wurden einmal mehr hinausverabschiedet.
Sieht nett aus. Schön steil. Ganz robuste Bausubstanz. Auch wenn ein Besuch im Verinsheim schnell aufzeigte, dass Freundschaft mit den Hausherren von Lechia Gdansk sich eher schwierig gestalten würde.

Verflossenes Elend

Sagen wir mal, die eigene Beziehung zur Liebsten ist in Ordnung. Vielleicht hat die Leidenschaft mal mehr gelodert, möglicherweise haben die Jahre zu manch hässlichem Streit geführt – und dennoch – es ist Liebe, das ist gewiss. Keine andere war in der Lage einem das zu bieten was man bei ihr jeden Tag genießen darf.
Und dann trifft man die Ex! Ihr geht’s nicht gut. Nachdem man sie verlassen hatte, war sie eh nur noch ein Abglanz vergangener Tage. Der Trennungsgrund, so schien es, war kein Irrtum. Sie verwandelte sich immer mehr in ein gewalttätiges Miststück ohne Niveau. Allein immerfort den guten, alten Zeiten hinterher jammernd, paranoid, erbärmlich.
Doch als ich sie jetzt wiedersah, da widerstand ich nur schwer der Versuchung, ihren stramm geschorenen Kopf zu streicheln und ihr ins Ohr zu raunen: Allet wird jut! Erstmals nach länger Zeit spürte ich wie Abscheu ganz zart von Mitleid überlagert wurde.Nein, diesen Absturz hatte sie wirklich nicht verdient, oder hatte sie?
Getröstet hab ich sie schlussendlich dann doch nicht. Das heb ich mir auf für den richtigen Abstieg! Denn ich hab sie im Auge. So oder so!
!DISCLAIMER: Für all jene die nicht auf familiären Weg auf diese Seite gepurzelt sind: Die Liebste=Die Eiserne und die Ex=Nahmo.