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Münzenberg – MZB018 – SPEZIAL der Wahl

Koalitionsgemüse
Frühstück am Wahlsonntag – orakelig, knackig und verführerisch

Zwischen Havelland und Pierogarnia pendeln wir die Ergebnisse der Berlinwahl aus. Mit dabei im zweiten Teil des Gesprächs der “Besamer” (Stichwort: Sonnenblumenkernkraft) des Weddings, Daniel Gollasch, der uns mit jeder Menge Ja/Neins und der Kraft des Konjunktivs spektakuläre Inneneinsichten in den Politikbetrieb bietet.

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Bei Minute 57 plumpst die Frage “Was tun?!” in gähnende Leere. Grund ist nur zum Teil die Ahnungslosigkeit der Diskutanten, sondern vielmehr eine Gesprächspause in deren Folge der rote wie auch der grüne Faden verloren ging.

Wer das das Thema noch einmal strukturiert, durchdacht und vorzüglich aufbereitet haben möchte, dem sei ein weiteres Mal die Lage der Nation empfohlen. Pflichtpodcast!

Erstmals auch im zukunftsträchtigen OPUS-Format (mit 24 kbps) – ich bitte um feedback so ihr es nutzt!

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Frisch gegessene Küchen: Orient, Wedding, Mandi

Nach langer Zeit des Darbens hier mal wieder ein kleiner kulinarischer Querverweis. Vor einigen Monaten bereits eröffnete in unmittelbarer Nachbarschaft ein Restaurant, welches mit Köstlichkeiten der arabischen Küche auf sich aufmerksam machte. Früher gab es hier Spanferkel to go, heute Lamm, Falafel und Hummus. Die Fraktion der besorgten Speisepatrioten ächzt auch hierzu in gewohnt gequälter Manier. Uns vaterlandslosen Bauchmenschen dagegen gefiel alles sehr gut. All die lieb gewonnenen Leckerbissen sowie ein paar mir unbekannte Attraktionen der arabischen Küche werden hier frisch und preiswert feilgeboten.

2016-08-06 21.54.11

Einziger Wermutstropfen: Lamm war leider aus. So kam Hähnchen auf den Tisch. Das überzeugte jetzt zwar nicht in jeder Hinsicht (gut gewürzt, aber zu trocken) doch das Gesamtkunstwerk verdient uneingeschränkt Anerkennung. Eine willkommene Bereicherung des unmittelbaren Genussgebiets. Detailliertere Ausführungen auf dem wie gewohnt bestens informierten weddingweiser.

Mandi – Orientalische Spezialitäten
Seestraße 57 (Ecke Turiner Straße)
13347 Berlin, täglich von 11 Uhr bis Mitternacht geöffnet 

MZB007 – Münzenberg – Der uneinheitliche Einheitsplausch

25 Jahre am Humboldthain. Zu Füßen das ewig unbeteiligte Berlin.
25 Jahre am Humboldthain. Zu Füßen das ewig unbeteiligte Berlin.

 

I’ve been looking for freedom von David Hasselhoff auf tape.tv.

<!– http://www.podcast.de/pod_96313JMeqZ082hLD7IqTs549050/ –>

Mein Podcast bei podster

 

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Abschließendes zum Abschied

Tempelhof in aller Breite

Lang hat es gebraucht, viele sind daran gescheitert – doch ich glaube, es ist vollbracht – Berlin hat ein ein Festival welches ihm passt wie angegossen. Allzu verwunderlich scheint dass nicht wenn man Herkunft und Anspruch des Lollapalooza beäugt. Jedwede Kritik die derlei Events im allgemeinen betrifft mal außer Acht gelassen – ich hatte die ganze Zeit das tief in mir brummende Gefühl, dass hier Wollen und Können endlich mal wieder prächtig miteinander harmoniert haben. Es war fett, es war entspannt, es war beeindruckend! Und in dieser Kombination ist man in Tempelhof genau richtig. Die in der Manöverkritik öffentlich angezählten Kritikpunkte möchte ich in meiner offensichtlichen Begeisterung fast als Hommage an das Berliner Wesen werten. Ich mein – stundenlanges Warten vor den VIP-Kassen und ein leichter Hauch von Urin der über die Betonsteppe Tempelhofs weht! Dit passt doch irgendwie!

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Wir sehen uns wieder – keine Frage!

Und nun senkt sich wieder der Schleier der vermaledeiten Einzigartigkeit über die brachliegenden Möglichkeiten Tempelhofs. Es gerüchtelt, köchelt und spritzt in der Schlangengrube in der über die Zukunft dieses Geländes entschieden wird. Doch diese Zeit hier kann einem keiner wieder nehmen und ich denke es gab ausreichend Zeugen für das Potential was hier schlummert.  Wie dem auch sei. Es war mir ein Festival. Und man sieht sich. Nächstes Jahr. Auf jeden Fall!

Und ach, ein paar mehr Toiletten könnten es nächstes Jahr dann doch schon sein…

@Fotos dank Nadja!

 

Posted from Berlin, Berlin, Germany.

Tempelhoffnung

Nur damit hier keine Missverständnisse aufkommen – sollte am kommenden Sonntag die Bebauungsmafia irgendeine falsche Bewegung machen – Tempelhof ist bereit die Putschisten zurückzuschlagen!

Doch ernstgemeinter Spaß beiseite: Es wird mal wieder volksentscheidend am Wochenende. Und mal wieder dreht es sich dabei um Tempelhof. Der offizielle Ankreuzbefehl des Tempelhofhausmeisters eures Vertrauens lautet 

“Oben: JA, Unten: NEIN”
Auch wenn die Ideen der Initiative “100% Tempelhofer Feld” nicht in jeder Hinsicht überzeugen, so ist der Vorschlag des Senats (den es abzulehnen gilt!) in jederlei Hinsicht indiskutabel. Ein weiteres Paradebeispiel jener viertklassigen Politprominenz unserer “sexy Hauptstadt”, welche mit leichter Hand seine Filetstücke verramscht. NEIN mit vier großen Buchstaben hierzu.
Wie es mit dem Tempelhofer Feld weitergeht, darüber kann danach gesprochen werden. Vielleicht auch wenn der Gestank von Inkompetenz und Selbstherrlichkeit des Berliner Senats sich etwas verzogen hat. Hier gilt es ein Zeichen zu setzen und nicht schon von vornherein zu resignieren. Ein Doppel-Nein anzukreuzen weil man meint, dass eine Nichtbebauung der Freifläche sowieso illusorisch wäre, halte ich für desaströsen Fatalismus.
Was mich jedoch am allermeisten an der Angelegenheit aufregt, ist der unfassbare Umstand, dass in Berlin lebende Ausländer nicht das Recht haben sich an dieser Entscheidung zu beteiligen. Sicher, es heißt VOLKSentscheid und nicht BEVÖLKERUNGSentscheid, aber jedes Mal wenn ich darüber nachdenke, kippt mir die Galle um. Hierfür gibt es meines Erachtens keinen noch so hanebüchenen Erklärungsansatz. Dass der verstaubte Nationenansatz wilhelminischer Prägung Auswirkungen hat, ob ein frisch zugezogener Arier aus dem Breisgau dem seit drei Generationen in Neukölln lebenden Türken vorschreiben kann, was vor seiner Nase an wesentlichen infrastrukturellen Maßnahmen geschieht – das ist einfach nur eine bodenlose Frechheit und einer dieser Schimmelpilze, die die demokratische Kultur auffressen und vergammeln lassen.   

Über berechtigte Fragen

Es gibt ja diese pädagogisch wertvolle Mär um die Sache mit Fragen und dass es hiervon keine dummen gäbe. Ich halte das ja schön seit geraumer Zeit für ein Produkt bedenklichsten Erziehungsdogmatismus’ und dennoch: Dumme Verbote – da sind wir uns hoffentlich alle einig – gibt es in jedem Fall. Keine Frage. Nicht mal ‘ne dumme.

  
Daher möchte ich auch angesichts der frei interpretierbaren Geste meines felligen Begleiters offiziell den Frühling ausrufen! Lang lebe die Freiheit der Grille!

Hönow

Das sollte sie nun sein, die Endhaltestellenpremiere. Erstmals öffnen wir nun also auch unseren Blick für die reizvollsten unter den Endstationen, die aus der Tiefe kommen. Da lag die U5 nahe. Lange Zeit mein Leib- und Magenzug, fuhr ich doch nur ein einziges Mal bis zum zartbitteren Ende der braunen Linie. hoenow Der ganz normale S-Wahn. Wenn sie schon fährt, dann doppelgleisig in eine Richtung.  Ein zweifellos enormer Vorteil der meisten U-Bahn-Endhaltestellen ist, der dass sie sich unbesorgt unter den weiten Rockzipfeln Berlins verstecken können. Im Gegensatz zu so mancher Randperle, die durch die S-Bahn bedient wird, muss man hier nicht händeringend und oftmals äußerst bedenklich eine eigene Identität zusammendichten. Dementsprechend beruhigt machten wir uns auf die Reise, und obwohl uns mal wieder die Klabautermänner von der S-Bahn aberwitzige Streiche spielten (s. Bild), erreichten wir alsbald unser Ziel. Nun muss angemerkt sein, dass Endhaltestelle Hönow eher einer Mogelpackung gleichkommt, schmiegt sich die kleine Siedlung doch nahezu unbemerkt an den dreist heranmäandernde Neubauozean Hellersdorf. Und so wurde es denn auch ein Ausflug der stets begleitet war von den Plattenbauplateaus dieses übermächtigen Nachbarn. Dennoch war die Strecke keineswegs eintönig. Ob morastig-grau oder betonfarben, das Spektrum für die Sinne war stets weit geöffnet. Nach äußerst ergiebiger Cachejagd (dank ungeahnter Talente auf der Gästeseite war diesmal keine Schwierigkeitsstufe schwer genug!) zogen wir uns nach erfolgreich absolvierter Umkreisung zurück und freuten uns einmal mehr auf unsere Stadt. Aufgrund außerordentlicher Exkursionen zu südeuropäischen Endhaltestellen meinerseits entfallen die nächsten zwei Sonntagsausflüge leider. Das heißt mehr Vorbereitungszeit fürs nächste Mal. Da außerdem Union am nächsten Sonntag spielt wird es sowieso ein Sonnabendausflug. Wenn also nichts dazwischen kommt sehen wir uns am 31. März am Alex. Schillerndes Ziel für diese Tour ist Die Schnalle des Speckgürtels – Ahrensfelde!

O(b)stberlin

Obst für lau, frisch vom Baum ist eine feine Sache an der man sich auch in den dem Darmkeim huldigendsten Zeiten delektieren sollte. Noch feiner daher, dass es eine Seite namens mundraub.org gibt, die alle jene Bäume, die freizügig jedem ihre Früchte feilbieten, zu sammeln sucht. Doch was fiel mir bei der ersten Draufsicht sogleich auf?! Was ist los mit Westberlin? Worauf fußt dieses offensichtlich spärliche Angebot im Goldenen Westen? obstberlin Liegt es nun in der Tat daran, dass der gemeine Insulaner Obst nicht dem Russen in Rachen werfen wollte und quasi erbsenzählend-penibel die Rosinen aus besagten Bombern genoss?! Oder ist hier nur einfach jeder Früchtespender sorgsam eingezäunt und eifrigst bewacht?! Fragen über Fragen. Nichtsdestotrotz werde ich einfach mal die Mirabellenbäume Tempelhofs hier eintragen.

Immer an der Wand lang

Es ist ja an sich nicht verwerflich wenn der sonst allzeit klamme Staat es hinbekommt, das ihm anvertraute Geld dafür zu verwenden, ein paar Künstler in die Lage zu versetzen, graue Wände im ehemals Roten Wedding zu bemalen. Die Anzahl an riesigen Hauswänden, gänzlich ohne Reklame oder sonstige Botschaften lädt dazu nachgerade ein. Daher war ich so überrascht wie angetan von diesem Vorhaben. Doch die in jüngster Zeit durch mannigfaltige Faktoren genährte Sorge, dass nun auch diese letzte Insel Normalberlin von aufgeregt authentische Großstädtigkeit inhalierenden Hipstern und anderen Erlebnistouristen überspült wird, ließ mich einen Moment zögern. Aber was soll’s, die Aktion “weddingwalls” ist es einfach wert darüber zu berichten und sollte die unvermeidliche Gentrifizierungswelle demnächst auch über den Wedding rollen, wird dies den Kohl nun auch nicht fett machen.