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Aufregende Welt der Mineralogie

Zum zweiten Mal fuhr ich heute nach Golm, was genauso entzückend ist wie es klingt. Doch die knisternde Welt der Gesteinsbestimmung lässt so manches Opfer leichterhand ertragen. Und dann erblickte ich dies hier auf meinem Arbeitsplatz!

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Was nun? War heute Pflastersteinbestimmung dran? Hatte man den blutigen Laien in mir erkannt und verhöhnte mich auf ein diese Weise? Weit gefehlt! An diesem Stein war mit Doppeldraht und Nieten eine winzige Lupe angebracht. Der diebischen Studenten wegen. Nungut. Dennoch kratzte ich bestimmend an ihm herum. Leider noch ohne Ergebnis!

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Mit dem Bus nach Potsdam

Auch wenn ich das beruhigende Hämmern der Schienen schon jetzt herbeisehne, die Solidarität mit den Lokführern tut nicht sonderlich weh. Eine entspannte Landpartie abseits der genormten und bekannten Verbindungen ließ mich sogar mehrfach vom Buch aufblicken. Nein, Herr Bürgermeister, gegen mich ist dieser Streik keinesfalls gerichtet. Ich kann auch an Arbeitskampf am Tag des Mauerfalls nichts Problematisches erkennen. Ganz im Gegenteil. An diesem neuralgischen Punkt der deutschen Geschichte empfinde ich Widerstand und Hinterfragen des Bestehenden mehr als angemessen. Wenn ich ein Problem an diesem Streik ausmache dann das gefühlte Streikbrecherwesen aller anderen Beschäftigten. Insbesondere U-Bahnfahrer und Straßenbahnfahrer beäuge ich mit ausgesuchtem Argwohn.

Aber wenn Sie sich schon einmischen in die Debatte, Herr Wowereit. Sie als Experte für Gutes tun, speziell für diese Stadt und das Weiterentwickeln sozialdemokratischer Werte im Besonderen. Wenn Sie ihren Job besser gemacht hätten, könnten wir ja jetzt die Bahnausfälle mittels neuem Flughafendrehkreuz kompensieren. Blöder Vorschlag zugegeben, aber auch nicht viel blöder als ihre Einwürfe zum Thema Streik. Nein, lassen wir mal Sarkasmus beiseite. Hilft ja auch nicht immer. Ganz im Ernst: Was hast du denn zu melden? Der Springer-Dreckschleuder und sonstigen Medien sei es gegeben, schließlich gehört derlei Manipulationsgedöns zu ihrem bemitleidenswerten Selbstverständnis. Aber du? Was soll das denn? Nein, ich werde in diesem Blog keine Kraftausdrücke verwenden, aber lass es gut sein! Verdrück deine letzten Krokodilstränen ins Poesiealbum der Arm&Sexy-Hipster und verzieh dich aufs Altenteil. Und beschränk deine öffentlichen Auftritte demnächst doch bitte auf dieses lineare Medium namens Fernsehen. Da soll es ein paar Talkshows geben in dem du ohne aufzufallen salbadern kannst.
Echt mal: ein unsensibler Streik wäre das? Ist nicht wahr, oder?! Dinge gibt’s… 

Lernen, lernen, nochmals lernen

Keine zwanzig Jahre ist es her, sondern fast auf den Tag genau läppische 19 Jahre, dass ich mit jener zaghaft-selbstsicheren Art, die nur ausgefranste Teenager an sich haben und mit fast nichts außer Flausen bekleidet, die Schwele meiner Alma mater, der ruhmreich mondänen Humboldt-Universität überschritt. Wenig Dokumente zeugen von diesem Tag wie auch den folgenden. Kein Internet – kein Blog – keine digitale Fotografiererei: eine erschütternde Kausalkette. Dennoch: es fand statt und sogar irgendwann seinen Abschluss.

Der Griebnitzsee. Im Hintergrund Berlin. Noch ein Stück dahinter, die Humboldt-Universität.

Und nun wage ich mich erneut in den Elfenbeinturm und es ist bislang ein entzückendes Unterfangen. Geschichte – Informatik (bzw. Computational Science); Großstadt – Vorstadt; Magister Artium – Bachelor of Science => der Kontrastpunkte gibt es etliche und werden, so sie mich dauerhaft reizen, an dieser Stelle gewissenhaft ausgewertet.

Campus Griebnitzsee. Die Statue von Rotkäppchen kann unterschiedlich interpretiert werden. Meine Wahl fiel auf eben die Variante, welche Rotkäppchen als eine aus Dummheit Verführte versteht. Bleibt die Frage ob ein dermaßen verschulter Studiengang wie es der Bachelor ist, gepaart mit einem von Fachidiotie getanktem Abitur Rotkäppchen das nötige Rüstzeug mitgegeben hätte um dem Wolf widerstehen zu können. 

Ein konkreter Unterschied fiel mir bereits im Brückenkurs wohltuend auf (Ja, da ich mir meiner mathematischen Kenntnisse nicht wirklich sicher war, zog ich schon vor Semesterbeginn an den wunderschönen Griebnitzsee um mir in zwei Wochen zu demonstrieren, dass das Abitur lange her ist.) Die gemeinsamen Denkpausen von Dozent und Studentenschaft. Ein mir geisteswissenschaftlich geprägtem Wissensgierenden ein unbekanntes Phänomen. Das gemeinsame Grübeln in wohliger Stille, das Rätsel gleichsam umstellend, dem anderen gleichberechtigt assistierend um mit kollektiv gebündelter intellektueller Strahlkraft eine Lösung zu finden.

Was Ihnen plausibel erscheint, haben sie noch lange nicht verstanden. (Brückenkurs: Mathematik für Informatiker)

Dies stand so angenehm dem gegenüber was ich in Seminaren, Übungen und Kolloquien der Geschichtswissenschaft erleben durfte. Das nervöse Schnattern und Labern, fast wie in Sorge um möglicherweise eintretende Stille, welche Denken und Erkenntnisse ermöglichen könnte, ein sich immer wieder Im-Kreis-Drehen, offensichtliche Wiederholungen, Profilierungsneurosen und Geltungsbedarf destilliert über die augenscheinlich einzige Möglichkeit positiv aufzufallen, hervorzustechen. Auch um den Preis des Ermüdenden, schließlich machen es ja alle so. Wer weiß welche heuchlerischen Fallstricke mir in den Naturwissenschaften noch begegnen werden, derlei Animositäten wohl eher seltener.

Und überhaupt. Potsdam, Brandenburg. Ich gestehe, meine Meinung zu dieser Stadt ist noch nicht ganz ausgereift. Wir brauchen noch ein wenig Zeit füreinander denke ich. Doch was mich schon nach wenigen Lerneinheiten angetan hat, ist das ostdeutsche Selbstbewusstsein des Lehrkörpers. Ein sicherlich unfairer Vergleich zu dem was ich Mitte-Ende der 90er in den Schützengräben zwischen Ostberliner Intelligenzija-Resten und vereinnahmenden Westgarden in den elitär anmutenden Gebäuden an den Linden erleben durfte. Umso angenehmer das hier Erlebte. Überraschend bissig und ohne die gewohnten Methoden beleidigt-trotziger Jammerei oder der verschreckte, vorauseilende Zurückhaltung, die meines Erachtens die Hauptreaktionen der ostdeutschen Bildungselite auf die Invasion der Siegererklärer aus dem goldenen Westen waren, schnippt man hier zurück. Allerdings gegen ein mittlerweile gesamtdeutsches Problem, die Bildungsmisere. Ein Thema, bei dem ich mich nicht lange aufhalten will, aber ja, es ist bitter. So bitter. Natürlich kann ich bei den bitterbösen Kommentaren zum Bildungsniveau der aus den Schulen in die Hörsäle gespülten, verständnisvoll mein Zynikermundwinkel lupfen. Doch wem bringt das was? Der nächsten Generation von Bildungsexperimenten, oder denen die um mich herum sitzen und deren Lebensideal weiterhin der “lückenlose Lebenslauf” bleiben wird. Und seht ihr, schon wieder reg ich mich auf, wenn ich über Bildung in unserem Land rede. Dann ist es doch ganz ausverzüglich, dass ich mich unter sie gemischt habe.