Schlagwort-Archive: Sancho

Hund niemals vergessen!

Es ist ja nun nicht in jedem Falle so, dass der Herzensverein vom Vater zum Sohne, zur Tochter weitergegeben wird. Nicht zuletzt ich könnte hiervon in melodiös Konsonanten erweichener Form ein Liedchen singen. Aber es ist selbstredend der angestrebte Idealfall. Das dies nicht notgedrungen vor der Spezies Mensch haltmachen muss, zeigte der jüngste Ausflug zum Epizentrum rot-weißer Fußballkultur in Köpenick.

Vergnügt widerwillig nahm Vater Sancho seinen lautesten Spross an die Pfote und demonstrierte anschaulich den feinen Unterschied zwischen Altem Eisen oder alt und eisern. Nun gehört Vater Sancho mit Sicherheit nicht zu den größten Anhängern des Fußballsports, vielmehr dürfte seine vermittelte Information eher in Richtung “Wichtig, wichtig – nur damit du Bescheid weißt!”gehen. Und Bescheid weiß sie fortan. Ab sofort werde ich ihre unermüdlichen Bellatacken gänzlich anders interpretieren. “Hund niemals vergessen!” gehört rund um den Globus wahrscheinlich sowieso zu den Dauerbrennern hündischer Litaneien.

 Einmal Unioner – immer Unioner. Die Dritte Generation in gespannter Weihehaltung.  


Nebenbei hab ich es dann sogar noch geschafft, eine neue Dauerkarte zu erstehen. Union kann also Weltmeister werden.

Braun ist die Hoffnung

Ja, ich weiß, der eine oder andere wird aufgrund dieses Titels geringfügig irritiert aufmucken. Immer diese Reflexe… Dabei besteht nicht der geringste Grund zur Unruhe. Jedenfalls nicht aus den naheliegenden Gründen (es sei denn man resümiert mal kurz, welche Farbe einem denn noch Hoffnung spendet!), denn es dreht sich hier nur um Haare. Genauer gesagt um Fell. Noch genauer: kleine, nahezu unscheinbare Haarbüschel, die sich wacker auf Sanchos Felllichtungen behaupten. Und diese Haarinseln sind nun mal braun und spenden somit Hoffnung.

Lang genug hat seine Tonsursolidarität ja angedauert. Nun kann man sich begrenzt Hoffnungen machen, dass er nach einer längeren Phase der Lächerlichkeit wieder ein gewohnt lückenloses Fellkleid sein eigen nennen kann. 

Über berechtigte Fragen

Es gibt ja diese pädagogisch wertvolle Mär um die Sache mit Fragen und dass es hiervon keine dummen gäbe. Ich halte das ja schön seit geraumer Zeit für ein Produkt bedenklichsten Erziehungsdogmatismus’ und dennoch: Dumme Verbote – da sind wir uns hoffentlich alle einig – gibt es in jedem Fall. Keine Frage. Nicht mal ‘ne dumme.

  
Daher möchte ich auch angesichts der frei interpretierbaren Geste meines felligen Begleiters offiziell den Frühling ausrufen! Lang lebe die Freiheit der Grille!

Hund soll er leben

Als mir vor einiger Zeit erstmals auffiel, dass Berlin just an jenem Tage zur Wahl schreiten wird an dem mein geliebter Hund zehn Jahre alt wird, fand ich das nur angemessen. Zehn Jahre. Eine volle Dekade, ja man könnte sogar von einem Dezenium sprechen! Das klingt mächtig gewaltig, das muss mit mehreren Pfund Hack und Leberwurst gefeiert werden! sanchogeburtstag Solange strolcht er nun schon mit mir durchs Leben. Ob im Zelt, unterm Bussitz, im vollen Lauf auf weiter Flur oder einfach nur in lasziver Rekelgeste auf dem Sofa – er war fast immer dabei in den letzten Jahren und es war meist wunderschön. Ich weiß, jeder behauptet, dass sein Hund der beste von allen ist, aber in meinem Fall stimmt es. Danke, Sancho, für jede Bellattacke im falschen Moment, jede Mundgeruchwolke, die Milch sauer werden lassen kann, jeden schmerzhaften Anfeuerungssprung mitten ins Gemächt und jeden infernalischen Fellwechsel! Ick freu mir auf die nächsten 10!  

Radikalrasur

Alle Jahre wieder, wenn bei meinem besten Kumpel auf vier Pfoten der Fellwechsel ansteht, werden unter den mir ansonsten recht zugetanen Zeitgenossen Stimmen laut, den Köter doch einfach mal zu rasieren. Der durch unzählige Haarstrudel und Fellknäuel ausgestattete Freund sieht in dieser Maßnahme eine vermeintlich einfache Lösung für das leicht nervende Dilemma. Doch haltet ein, liebe Leidensgenossen und betrachtet untenstehende Abbildung. Das wollt ihr doch nicht wirklich?!

Auf den Hund gekommen

Lauschige Straßeneckenszenerie im vermeintlichen Sperrgebiet für Schweinefresser. Migrationshintergründige Dreiziegenkäsehochs nähern sich mir, dem gassigehenden Zugeborenen.

Potenzielles Integrationssubjekt: “Kann man den streicheln?”
Ich: “Aber sicher.”
Potenzielles Integrationssubjekt: “Und warum bellt der dann?”
Ich (mit geduldig beruhigender Tonlage): “Kennst du doch: Hunde die bellen, beißen nicht.”
Potenzielles Integrationssubjekt (mit nachdenklich gewiefter Miene): “Heißt das, alle Hunde die nicht bellen, beißen?!”

Dialog verliert sich in irritiertem Gelächter auf beiden Seiten. Siehst du Sarrazin, so wird das gemacht!