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Neues aus den Bergen

Nach einer knappen Woche Transkarpatien hier ein erster Rapport für all die Lieben an den heimischen Empfangsgeräten. Zunächst, zur Anreise: alles lief glatt, die Eisenbahn bewies sich ein weiteres Mal als verehrungswürdiger Garant schnörkellos solider Fortbewegung. Zumindest in der Tschechoslowakei. Auch die erwarteten Mühseligkeiten an der Grenze des Heiligen Europäischen Reichs traten nicht im Entferntesten ein und so traten wir bald aus Standardeuropa heraus und erblickten bei strahlendem Sonnenschein die Ukraine.

Blühende Landschaften mit Ausblick auf die nächsten Tage

Und es gefiel auf den ersten Blick. Sicherlich, die offensichtliche Armut verbittert die Süße des Ersteindrucks. Doch so man es versteht, diese beiseite zu rücken ohne sie zu übersehen, findet man sich sofort in einem Land, welches einen mit positiven Eindrücken erschlägt. Freundliche, herzliche Menschen, welche in einem aberwitzigen Kauderwelsch aus slowakisch, russisch, polnisch und ukrainisch auf einen einschwatzen; jede Menge menschenleere, wunderschöne Natur; schmackhaftes Essen und etliche andere Dinge mehr, die mein Herz erfreuen. 

Augen-, Gaumen- und Magenweide in einem

Kurzum die Sonne scheint (obwohl die Karpatengeister auf einem täglichen Regenguss bestehen) und uns geht es gut. Nun fräsen wir uns immer tiefer mit Kurs Südost hinein in die Karpaten. Vielleicht fällt ja zwischendurch mal wieder ne Tüte WLAN vom Himmel für einen weiteren Zwischenbericht.

Zur Ukraine, zur Sonne, zur Freiheit

Die Ukraine, das Wilde Feld, das Grenzland, Klein-Russland – endlich ist es soweit: Drei Wochen entspannte Auszeit in den Bergen brechen an. In Transkarpatien – für mich das letzte Puzzlestück auf der wilden Karpatenmagistrale, diesem urwüchsigen und ungebeugten Hochgebirge im Osten. Lang geplant, oft verschoben und umso heißer ersehnt. Nun geht es los, endlich hat das nervöse Füßescharren ein Ende. Ich nehme meinen Hut, schultere den Rucksack und ziehe dem Sonnenaufgang entgegen.

Reise ins Nicht-Anerkannte

Und wieder zieht sie los, die Reisegruppe “Absurde Länder”. Nun bereits zum fünften Mal geht es hinaus in die weite Welt, die zu absurd ist um sie maps und wikipedia zu überlassen. Nach Belfast, Belgrad, Belgien, Belarus geht es nun, ausgestattet mit einem blitzeneuen Entscheidungsraster nach Tiraspol (((Transnistrien) Moldawien) Osteuropa).

Nicht mehr die Zweieinigkeit aus BEL plus vier Buchstaben sind ausschlaggebend, sondern die Gemeinsamkeit des Anfangsbuchstabens von Land und Hauptstadt. Und so dürfen wir endlich nach Tiraspol. Oft wurde die Hauptstadt dieses seltsamen Landes unter uns herumgeraunt. Möglichkeiten eines Besuchs abgewägt und hin und her überlegt. Nun ist es endlich soweit. Nur noch dreimal umsteigen und wir sind da. Zwei Tage Zugfahrt, 1944 km, 53 Bahnstationen – so der Plan. Ich kann meine Aufregung kaum verhehlen. Und los gehts!