Schlagwort-Archive: Wissenschaft

π soll sie leben

Heute ist ist der offizielle Feiertag der Kreiskonstante Pi. Ein kurzer Blick auf den Kalender erklärt dies ziemlich überzeugend. Laut Tante Wikipedia wird der Pi-Tag “traditionell mit dem gemeinsamen Verzehren von runden Kuchen begangen (im Englischen wird der griechische Buchstabe π lautgleich wie das englische Wort pie, Kuchen, ausgesprochen)” . Das sollte doch machbar sein. Außerdem bin ich so frei zu diesem Kaffekränzchen noch die passende Begleitmusik zu stiften: Viel Spaß bei dem Folgenden und verschwendet einen kurzen Moment der  Andacht an die Kraft des menschlichen Geistes, auch in Anbetracht eines bisweilen eher gegenteiligen Eindrucks jenes viel gerühmten Verstandes.


Ach, das ist übrigens noch längst nicht alles hier auf eurem “Gute-Nachrichten-Kanal”. Gerade eben ist die ESA-Sonde Exomars erfolgreich ins All gestartet. Und irgendwie wirkt die lebensfeindliche Atmosphäre des Mars’ auf einmal deutlich anziehender als früher.

Frisch gelesene Bücher: Eine kurze Geschichte von fast allem

Bill Bryson stand schon lange auf meiner Liste. Nun war es endlich soweit. Ich tauchte ein in die Welt eines der erfolgreichsten Sachbuchautoren unserer Zeit. Und ich kann abschließend sagen: Ja, es war mir ein Vergnügen und ich schäume über vor quizrelevanten Wissen.

bryson

“Eine kurze Geschichte von fast allem” lächelte mich von den zahlreichen Werken des Vielschreibers immer am meisten an und ich denke, es war eine gute Wahl. Es handelt sich hierbei um eine unterhaltsame Zusammenfassung des aktuellen Wissenstandes und wie es dazu gekommen ist. Außergewöhnlich ist hierbei nicht allein seine muntere Schreibweise und sein unaufdringlicher Humor, was mich mit am meisten begeisterte, war die menschliche Komponente, die er den verantwortlichen Wissenschaftlern und Erfindern zukommen lässt. Bisweilen mutet es fast wie Wissenschaftstratsch an aber die kleinen Details die er über die absonderlichen Angewohnheiten und Marotten unserer geschätzten Geistesleuchten zusammengetragen hat, führen dazu, dass man trotz der Dicke des Buchs und der Kompliziertheit mancher Sachverhalte immer bei der Stange bleibt. Angesichts meiner neu erwachten Leidenschaft für die Geologie habe ich es beispielsweise mehr als schmunzelnd genossen, zu erfahren, was für ein unfassbar zänkischer Haufen die ersten Geologen waren. Dies ist natürlich auch noch ein Aspekt, der bei den Darstellungen Brysons mehr als einmal auffällt: Wissenschaftler sind auch nur Menschen. Daher sind sie eitel, arrogant und voreingenommen. Wie viele bedeutende Entdeckungen und Gedanken sich schon früher hätten durchsetzen können, wenn besagte Wissenschaftler nur annähernd so rational wie ihr Fach gewesen wären?!

Doch grundsätzlich ist dies natürlich ein Luxusproblem. Es lässt erschaudern, zu bedenken welchen langen und komplizierten Weg das Leben auf unserem Planeten hinter sich hat, wenn man bedenkt wie schnell alles zu zerstören wäre. Aus dieser Sicht ist es ein gleichermaßen wunderschönes wie Besorgnis erregendes Buch.

Selbstverständlich unterlaufen bei einem solchen Buch auch Fehler. Eine komplette Auflistung derselben findet sich fein säuberlich zusammengetragen im Netz. Mir fiel persönlich nur einer auf. Dass die Mutter Mendelejews aufopferungsvoll den kleinen Periodensystemerfinder und Wodkaverbesserer aus dem fernen Topolsk nach Petrograd brachte, macht sie mir ungemein sympathisch, ddoch 6500km wie im Buch angegeben (S.140) sind es dann doch nicht. Dergleichen Fehler seien unbenommen. Interessant wird es wohl erst in 200 bis 300 Jahren wenn ein neuer Bryson ähnliches unternimmt und sich dann genüsslich, wie der alte Bryson an den wirklichen Denkfehlern unserer Zeit delektiert.

 

 

Münzenberg – MZB012 – SPEZIAL-Ernährung

Jpeg
Ernährung – zwischen ausgewogen und abgewogen.

Ein weiteres Aufnahme aus den heiligen Hallen des geschätzten Mastuls.

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Frisch gelesene Bücher: what if?

Es gibt Bücher, die sind fantastisch, witzig, originell und lehrreich – Bücher, die man nicht aus der Hand legen will. In den wenigen Augenblicken in denen man dies dann doch tun muss, nervt man seine Umwelt ununterbrochen mit dem gerade Gelesenen. Begeistert, genießend und völlig vertieft in die Welt, die der Autor einem kredenzt hat, gilt der einzige Kritikpunkt dem Umstand, dass jene Art von Büchern endlich ist. Dieses Buch hier gehört zu dieser seltenen Spezies!

xkcd

Dabei ist dem großartigen xkcd mit “what if” nichts überraschend besonderes gelungen, vergleicht man es mit seinem sonstigen täglichen Schaffen. Schaut man bei seinem Internetzuhause regelmäßig vorbei, erhält man in solider Regelmäßigkeit jenes Quentchen an Niveau und Originalität, die man im Großen Weißen Rauschen des Netzes nicht mehr zu erhoffen gewagt hat. Ich schwärmte ja schon im letzten Münzenberg hiervon und möchte es nun nach der unvermeidlichen Beendigung der Lektüre fortsetzen. Definit ausverzüglich!

Selten habe ich mich über ein Sachbuch dermaßen amüsiert. Lange her ist es, dass ich in der Tristesse der morgendlichen Werktätigenkarawanne das mit Abstand fröhlichste Gesicht gehabt hatte. Die respektlose, frische und hartnäckige Herangehensweise an mal wirklich wichtige Fragen wie das Baden im Abklingbecken, das Erhellen des Mondes mit Laserpointern, das Garen eines Steaks durch Abwerfen aus großer Höhe sowie das Verwandschaftsverhältnis nach Selbstbefruchtung und dergleichen mehr war mir ein Hochgenuss. Ich empfehle dieses Buch daher mit Nachdruck und nehme es unter großen Tam-Tam in meine Buchempfehlungsliste auf.