Viva Obscuria!

Als bedingungsloser Freund absurder Ländern, abseitiger Gerichte und sonstiger peripherer Genüsse war ich selbstverständlich sehr erfreut über das Entdecken eines, sich verheißungsvoll als “Atlas Obscura” anpreisenden Internetprojekts. Schließlich wollte man an dieser Stelle alle Wunder, Kuriositäten und sonstigen esoterischen Merkwürdigkeiten dieser Welt präsentieren. Dies ist natürlich eine reichlich dehnbare Kategorisierung. Folgerichtig ist hierbei eine bunte Mischung an interessanten, vorhersehbaren und noch nie gehörten Orten und Ereignissen aufgelistet (wiewohl jedoch speziell der Osten Europas ein wenig unterrepräsentiert ist, aber da kann ja was gegen getan werden!). Schon ein erster flüchtiger Blick über die Länder, die ich zu kennen glaubte, erbrachten mehr als eine Überraschung. Auch wenn bspw. Deutschland nicht sonderlich obskur daherkommt (aber immerhin drei verschiedene Typen an außergewöhnlichen Bahnen – Oberweißbach, Wuppertal, Dresden) so war ich angesichts der Kaplica Czaszek ein wenig von den Socken. Denn selbige befindet sich dann doch recht nah einer Gegend, in der ich mich in letzter Zeit recht oft herumgetrieben habe. Bei jener Sehenswürdigkeit, welche die deutsche Zunge auch gern “Schädelkapelle” betitelt, handelt es sich um eine kleine Kapelle bei Czermna, deren Wände, Decke und Altar komplett mit echten Schädeln, Knochen und Gebeinen tapeziert sind. Diese stammen von den Opfern des Dreißigjährigen Krieges und der Pest, welche einst die Umgebung von Kłodzko heimgesucht hatte. Muss ich unbedingt sehen. Wenn das nicht der perfekte, kulturelle Höhpunkt zum Osterfest ist. Ich kann es kaum noch erwarten!

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