Von Grünau nach Friedrichshagen

Der Doppelschlag ist gelungen – zwei S-Bahnendstationen (verschiedene) mit einem Mal!

Hier nun die frischesten Berichte von der Filetspitze des Berliner Südostens. Bei allerliebsten Wetter trotzten wir den absonderlichsten S-Bahnverbindungen und nach etlichem Umsteigens standen 18 flanierwillige Beine auf dem Boden Grünaus. Dabei sollte es nicht lange bleiben, denn uns zog es hinüber über die Dahme um auf der anderen Seite an der Regattastrecke entlang zu laufen. Das Übersetzen erfolgte mühelos wenn auch ein wenig beengt und schon waren wir am Wendenschloss und nahmen unsere Wanderung auf.

Allerorten roch es nach Frühling und das flanierende Volk jubilierte ungeniert, dass es eine wahre Pracht war. Wir stimmten mit ein und fühlten uns streckenweise nicht nur peripher wohl. Die Gastronomie musste auf dieser Route nicht wie üblich durch gewitzte Nachforschungen herausgekitzelt werden, sondern sie bot sich hinter fast jedem Baum an. Wir nutzten nicht alle Angebote, aber einige und schafften es dennoch einen der Müggelberge zu erklimmen.

Schon nach wenigen Metern wird die Ausflugsgesellschaft nicht nur durch den reizenden 
“Schmetterlingshorst” (Kiosk)
 zum Innehalten gezwungen, nein, hier nehmen auch Teile der Expedition ein kurzlebiges aber intensives Bedürfnis mit, welches sich in gierigen Bürgerbräu-hamsterkäufen zeitigt. Fernziel: Zwergin Pauline! Muss noch mehr gesagt werden? 

Die Restauration auf dem Müggelturm dagegen ließ einem der Mitreisenden nur die Beobachtung entfleuchen: 
“Hier hat man zu Ostzeiten keinen Platz bekommen und jetzt auch nicht!” Kontinuität ist alles!
Wenn Deutschland laut Eigenwerbung das Land der Ideen ist, dann stellt sich hier die Frage, welchen Teil der Idee Köpenick beisteuert. Für den immer noch ahnungslosen Betrachter: Es handelt sich um eine musterhaft abgesicherte Fallklappe auf dem Müggelturm!

Ausblicke aufs flache Land. Irgendwo da draußen sind sie – Regionalbahnendbahnhüfe!  Die letzte Grenze. Eine wahnwitzige Idee gärt herauf…

Soljanka – der Klassiker der Ausflugssattmacher enttäuschte diesmal auf der ganzen Linie. Billige Laufkundschaftsnepperei!

Hier angekommen, schlugen wir nach kurzer und nahrhafter Pause den Weg gen Norden zum Müggelsee ein und schafften es tatsächlich noch im Brauhaus-Biergarten zu Friedrichshagen ein Abschlussbier zu genießen. Damit hatte dieser bezaubernde Abend auch schon seinen Abschluss gefunden und wir ruckelten gut ausgestattet mit Sonne im Rücken sowie weisen Ratschlägen im Herzen nach Hause.


Wenn der Schildermacher Nachdenklichkeit erzeugen wollte, so hatte er sein Ziel erreicht. Verachtungsvoll streichelte ich die unscheinbare Schachtel in meiner Hosentasche. Warum muss alles Destruktive auch immer einen Haken haben?

Und als kleinen Anreiz für den nächsten Ausflug am 7. 4. hier noch ein kleines Filmdokument! Entdeckt an der Leitplanke des Müggelturmparkplatzes!

Auf in die wohl zentralste Peripherie!
Auf nach Spindlersfeld!

Sonnabend, den 7.4., 13:00, an den S-Bahngeleisen des Alexanderplatzes

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