Was nicht passt wird Passfoto gemacht

In Zeiten in denen hyperventilierende Überwachungsstaaten mit so gefährlichem Schnickschnack wie Biometrie und Nacktscannern jonglieren, hatte ich bezüglich der Anforderungen für ein Passfoto selbstverständlich nur mit den härtesten Anforderungen gerechnet. Demzufolge ließ ich mich anfangs von dem diffizilen Anschauungsbild für ein gültiges Passbild auch gehörig einschüchtern.Die dazugehörigen Beispielbilder ließen zunächst jedoch nicht sonderlich aufmerken. Hier fanden sich lediglich die üblichen Hinweise, die uns nicht erst seit Erfindung des Lichtbildes an Unvermögen und Dilettantismus jeglichen menschlichen Schaffens gemahnen: unscharf, zu dunkel und komplett daneben.  
Doch eine Bilderreihe ließ mich dann etwas aufmerken. Erst war es nur ein sanftes Kichern, welches sich meiner bemächtigte als ich gewahr wurde, dass man sich tatsächlich nicht verschleiert für ein erkennungsdienstliches Dokument ablichten darf. (Achwas, wer hätte das gedacht?!) Doch mir blieb das Kichern im Halse stecken als mein Blick der korrekten Alternative ansichtig wurde. Ich möchte hier weniger auf die, seit geraumer Zeit durch die Öffentlichkeit mäandernde Diskussion zur Kopftuchfrage einladen, sondern vielmehr meine schlichte Irritation über diese Vorgabe äußern. Ich meine, es geht doch hier wohl um nichts geringeres als die nüchterne, staubtrockene Aufnahme von Erkennungsmerkmalen. Die Haarfarbe und bedingt wohl auch die Frisur sind aber doch ein elementarer Bestandteil derselben. Wie also kann es möglich sein, dass man diese verstecken darf, das Tragen einer Sonnenbrille aber bspw. oder das Lieblingsplüschtier vor der Nase nicht erlaubt ist? Irgendwie bin ich irritiert. Aber der Staat wird schon wissen, was er tut. Ich schau mich jedenfalls schon mal um nach schicken Seidenarrangements für meinen nächsten Pass…

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