Wir bleiben verwirrt


Einleiten möchte ich den dieswöchigen Folgenbericht mit einem unverhohlenen “Hääää?”. Nicht dass dies ein sonderlich ungewohntes Gefühl nach einer Lostfolge wäre, aber “Across the sea” ließ uns definitiv verwirrter zurück als üblich. Selbstverständlich waren wir vorbereitet. Die Sneek ließ einiges erwarten.

Es war unschwer zu erraten, dass diesmal am offenen Herzen operiert würde. Endlich sollten wir mehr erfahren über den Beginn von allem. Die Kindheit der beiden, späteren Widerparts sollte doch wenigstens etwas Aufschluss geben über Motive und Ursachen des ganzen Wirrwarrs.Dem war so, aber auch wieder nicht. Es war eine über alle Maßen prickelnde Folge. Und dennoch war es irgendwie so als dürfte man endlich in der geheimen Schublade der Eltern wühlen und würde trotzdem nichts mit dem Inhalt anfangen können. So waren wir zwar Zeugen der Entstehung des Rauchmonsters, wissen aber so wenig wie zuvor über Prozess und Bedeutung des Gesehenen. Nein, ich gestehe massive Ratlosigkeit nach dem Genuss dieser Folge. Selten saßen wir nach danach solange beisammen und diskutierten das Erlebte.Ich habe demzufolge erschreckend wenig Erhellendes anzubieten. Bestenfalls eine mickrige Hypothese und eine Meinung. Erstere betrifft das helle Licht, was im zentralen Interesse aller handelnden Personen steht. Jenes hellste und wärmste Licht schlechthin wird ganz banal als der Grund für die Anwesenheit der Zwillinge dargestellt. Zudem folgt der Schlüsselsatz, dass ein Teil dieses Lichts in jedem Menschen wäre. Sollte es jedoch hier verlöschen, würde es überall verlöschen. Abseits der sich hier aufdrängenden Parallele der bekannten Warnungen von Widmore und Konsorten, wage ich mich weit heraus und behaupte, dass diese Beschreibung mir doch verdächtig nach Gott riecht. Denn irgendwie kennen wir dieses Gleichnis doch von den meisten Religionen. Soviel zur Hypothese…Eine Meinung, die ich loswerden will, ist die, dass ich, egal was noch kommen sollte, nicht einverstanden bin mit dem miterlebten Muttermord. In meinen Augen gibt es hierfür kein rechtschaffenes Motiv und eine Macht, die zu solch einem Mittel greift, kann keine grundgute sein. In diesem Sinne bleibt die moralische Bewertung der beiden Antipoden für mich weiterhin offen.In diesem Sinne – wir sehen uns in der nächsten Folge, Bruder!PS: Daneben möchte ich es keineswegs unterlassen euch diese Perle, die mir meine unermüdliche Lost-Recherche erbrachte, vorzuenthalten.

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