Frisch gelesene Bücher: Unten am Fluss

Ein dicker, mir bislang völlig unbekannter Bestseller, der sich der Odysee einer Kaninchengruppe annimmt?! Das klang vielversprechend. Wenn Schafe ihren eigenen Roman haben dürfen, ist es nur recht und billig wenn auch Kaninchen ihren Auftritt bekommen. Außerdem bin ich ja, wie allgemein bekannt sein dürfte, ein großer Freund tierischer Paralellgesellschaften. Letztlich ist aber auch dieses Buch nur ein weiterer Tribut an die vergangene Lost-Leidenschaft, steht dieses Buch doch nicht nur in der Liste beeinflussender Werke, sondern wird auch von Sawyer höchstselbst in der Folge “Left Behind” (3×15) gelesen. Es war definitv eines der Bücher, welches während der Serie massiv ins Schlaglicht rückte, wie der nachfolgende Trailer verdeutlichen mag.

So ist es wohl nicht sonderlich überraschend, dass ich eher früher als später in die Welt der Kaninchen entfleuchte. Und auch wenn es mich nicht gänzlich vom Hocker riss, so war es dennoch keine Enttäuschung und steht auch völlig zurecht in der Liste LOSTiger Bücher. Was hier beschrieben wird ist ganz dem zentralen Thema LOSTs verpflichtet. Eine zusammengewürfelte Gruppe orientierungsloser Individuen auf der Suche nach Sicherheit und Glück. Da spielt es eine eher untergeordnete Rolle ob es sich um Kaninchen oder Bisamratten handelt.

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Die ewigen Fragen von Dominanz und Unterwerfung, von rationalem Handeln oder instinktiven Entscheidungen, welche eine willkürlich entstandenen Gruppe auszeichnen, werden hier meisterhaft dargestellt. Dies alles gewinnt natürlich durch die ungewohnte Nagerperspektive noch zusätzlich an Reiz und ist daher ein durchaus empfehlenswertes Lesevergnügen.
Fazit: Freunde von LOST sollten unbedingt die Lesebrille zücken und sich mit einem sanften Meeresrauschen im Ohr ans Lesen machen. Doch auch alle anderen, die irrfahrtigen Gruppendynamikerlebnissen in der Literatur nicht abgeneigt sind, sei diese Buch wärmstens empfohlen.

3 Gedanken zu „Frisch gelesene Bücher: Unten am Fluss“

  1. Ein schönes Buch! An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, das der soziologische Inhalt und die Wortschöpfungen der Lektüre die Muse der leider schon aufgelösten Band Fall of Efrafa waren. So findet der Leser Titulierungen wie Owsla, Elil, Inlé oder Tharn schon allein in den Titeln der Veröffentlichungen wieder.

  2. Wie meinen? Steh grad etwas auf dem Schlauch. Ist ja jetzt auch schon wieder etwas her, seit ich das Buch gelesen habe und vielleicht so oder so etwas zu unaufmerksam. Was ist daher der Hintergrund deiner Frage?

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