General Woyna

Dass der Wedding nicht im Ansatz zur Peripherie zu zählen ist, habe ich ja nun schon das ein oder andere Mal durchblicken lassen. Völlig anders gestaltet sich die Sachlage, wendet man den Blick gen Norden. Eine kleine Farradtour zum zweitgrößten Berliner See lässt die Häuser schnell zu katengroßer Dimension schrumpfen und die Siedlungsdichte  in die Nähe verlorenen Nichts zerbröseln. Verlässlichstes Anzeichen peripherer Gebiete ist aber noch immer ihre völlig ironiefreie Ulkigkeit. Wenn der JVA-Shop am Wegesrand zum Blumenfest einlädt oder das Argentinische Steakhouse in grün-gelben Farben angestrichen ist, dann weitet sich mein Blick und ich erwarte Großes. Und ich wurde nicht enttäuscht. Auf halben Weg kreuzte ich die General-Woyna-Straße.  Für alle, die keiner slawischen Sprache mächtig sind: Woyna, oder besser Wojna, bzw. Война, bedeutet nichts anderes als Krieg. Daher verharrt man angesichts dieses Straßennamens schon wenigstens einen kurzen Moment. Ich meine, das ist ja in etwa wie Inspektor Schnüffel oder Doktor Gesundheit. Den Bruchteil einer Sekunde vermutet man gar schwejksche Insubordination á la Woinowitsch o.ä.. Doch dann kehrt Besinnung ein denn schließlich befinden wir uns ja im doch eher humorlosen Graubereich zwischen Wedding und Reinickendorf.Meine Recherchen förderten dann auch zutage, dass es sich bei General Woyna anscheinend um ein vergleichsweise kleines Licht in der reichhaltigen Auswahl preußischer Krieger handelt. Aber einen Lacher wert ist es allemal. 

3 Gedanken zu „General Woyna“

  1. interessant wären vielleicht noch die Wurzeln des Herrn, die aber selbst Wiki nicht hergibt, da Woyna ja nun wirklich kein deutscher bzw. für alles ums Saarland und die Pfalz Rumliegende representativer Name ist.

  2. Von 1880 bis zum Ende seiner Laufbahn 1886 war er Gouverneur der Festung Mainz. Die Stadt Mainz ernannte von Woyna aufgrund seiner Verdienste um das zivile Mainz 1883 zu ihrem Ehrenbürger. Im August 1886 ging Woyna in den Ruhestand.

    Das Mainzer Hochwasser von 1882 Am 28. November 1882 verzeichnete der Pegel Mainz mit 6,10 Meter einen Höchststand. Das Wasser strömte mit ungeheurer Schnelligkeit in die Kanalisation der Stadt und das vorgelagerte Gartenfeld, heute Mainz-Neustadt. Die Rhein- und Holzstraße, Löhr- und Schlossergasse, Brand und Schlossplatz standen unter Wasser. Alle Erdgeschossbewohner wurden von den Fluten überrascht und der gesamte Hausrat durch Wasser unbrauchbar gemacht. Das Gartenfeld, mit den vielen Arbeiterwohnungen wurde noch stärker betroffen, da es noch tiefer lag.

    Der Notstand brach aus. Auf dem Rhein trieben die Schwellen der gerade erst errichteten Eisenbahnlinien und die Rheinauen waren völlig überschwemmt. Nach kurzem Rückgang der Fluten folgte im Dezember und Januar eine erneute Verschlimmerung. Die Mainzer Garnison unter General Woyna, vor allem Pionierkräfte unter Hauptmann Betzold, halfen der Zivilbevölkerung in der Stadt und den umliegenden Gemeinden in ihrer Not. Hierfür wurde Woyna die Ehrenbürgerwürde zuerkannt
    MFG
    R. von Woyna (Nachfahre)

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