Willen zum Grillen

Nicht dass die derzeitigen Temperaturen allzu massiv an kommende Grillorgien denken lassen, aber vertraut mir, der Frühling wird kommen. So unabänderlich wie der Wandel der Jahreszeiten, so unverrückbar ist auch die Neigung des gemeinen Berliners den ersten lauen Wind mit öligen Rauchschwaden zu verfeinern. Natürlich ist dies, wie alles was Spaß macht, im Regelfall hochgradig illegal. Denn neben Radfahren, Ballspielen, leinefreies Hundeleben ist in einem preußische kulturalisierten Park selbstverständlich auch Grillen verboten. Daher schaute ich vor kurzem nach wo es denn legal und amtlich abgesegnet sei. Ich muss gestehen, dass ich, durch mein früheres Friedrichshainer Leben hierbei ein wenig verwöhnt war. Schließlich fanden sich hier in direkter Nähe im nahen Lichtenberg gleich zwei behördlich zertifizierte Fleischzubereitungsplätze. Doch meine Recherche nach Grillzonen um meinen gegenwärtigen Lebensmittelpunkt herum förderte gar schreckliche Erkenntnisse zutage. Fünf Bezirke verweigern generell jegliches Grillen in ihrem Hoheitsgebiet, insgesamt stehen der Millionenstadt ganze 17 Grillzonen (eine Auflistung besagter Grillzonen fand ich leider nur beim Flaggschiff der Hetz- und Schmutzpresse!) zur Verfügung. Es ist dies, in meinen Augen eine bodenlose Frechheit. Was spräche gegen eine Grillzone mit riesiger Mülltonne in jedem größerem Park? Würde man auf diese Weise all das heuchlerische Gejammer über all dem Schmutz bezwingen können?! Könnte sein. Aber anscheinend möchten die Stadtväter hier lieber den alljährlichen Konflikt zwischen Grillern und Anwohner anheizen und nebenbei mittels Strafen auch noch das Schuldenloch gnädig stimmen. Es ist ein derart billige Art der Manipulation der öffentlichen Meinung und Schürung von vermeidbaren Konflikten innerhalb der Berliner Bevölkerung, dass einem speiübel werden könnte. In diesem Sinne – wehrt euch und seid widerständig. Der Sommer wird kommen und mit ihm das unveräußerliche Recht auf öffentliche Grillfreuden. Reclaim the barbecue! 
 

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