Wonne am Wannsee

Auf den Nachtrag zum diesmaligen Ausflug freute sich der Anstifter zu selbigen dann doch mehr als gewohnt. Zwar war der Cheffotograf in stilistischer Mission anderweitig unterwegs (wie man an den nachfolgenden Bildern unschwer erkennen kann) doch ansonsten war es ein rundum gelungener Sonnabend.

Es begann schon mit den meteorologisch-mystischen Begleitumständen, die diesem Tag vorangingen. Als zu Wochenbeginn der Süden der Republik unter der unfassbaren Schicht von bis zu 20 cm Schnee zusammbrechen drohte und auch bei uns annähernd winterliche Temperaturen herankisterten, da fleuchte die Vorstellung eines richtigen Winterspaziergangs unwiderstehlich heran. Gleißend blauer Himmel, knischender Schnee unter den mollig verpackten Füßen, ein frische Brise im Gesicht – so durch die rauschenden Wälder am Wannsee zu ziehen, das hätte schon was gehabt. Und mit geringen Abstrichen trat diese Wunschvorstellung tatsächlich ein.

Sommer, Sonne, Sonnenschein – was kann schöner sein?! Ein Gedanke, der in diesem Moment tief in den Eingeweiden unserer Bedürfniswartesäle wegdämmerte.

Doch bevor wir uns dem Ruf der winterlichen Wildnis von ‚Referenzwäldern’ und preussisch geharkten Waldwegen ergaben, folgte noch ein kulturelles Extra. Das für die besondere Schönheit von Stein- und Betonhaufen zuständige Expeditionsmitglied führte uns an etlichen Villen und Schösschen zu einer ganz besonderen Auserlesenheit – die Schlüterkirche! Sie war ganz toll.  

Eine Kirche. Aus Stein.
Wenn man Lust hat, kann man darüber ganz viel erzählen.

Unser Weg führte uns nun tief in das bewohnte Wannsee hinein und verschaffte uns einige wertvolle Einblicke in die hiesigen Lebensverhältnisse.
Bereits auf den ersten Blick fielen hierbei  die wesentlichen Konfliktlinien Wannsees ins Auge – Galoppierende Vergreisung und Vormarsch der Wildschweine, anschaulich durch nachfolgende Hinweisschilder verdeutlicht!

Man braucht kein sonderlich komplex denkender Evolutionsstratege zu sein, um die wahrscheinliche Entwicklung dieses Ringens um die Vorherrschaft in Berlins Südwesten zu erahnen. Die Rache der Artemis’: ausgeführt über die Flanke! Raffiniert.

Munter schwatzend und in kecker Ausflüglerpose setzten wir uns alsbald über diese lokalen Probleme hinweg und spazierten tolldreist in das Reich von Meister Schwarzkittel hinein. Und es sollte gar reizend werden. Besagte rauschende Bäume, nahezu argentinienblauer Himmel (mit Betonung auf nahezu!) und sogar ein paar weltherrschaftslüsterne Wildschweine (die „nessihaftte“ Qualität der Aufnahmen macht eine bilddokumentarische Beweisführung in diesem Falle leider unmöglich!) – kurz, ein reizüberflutendes Bouquet der Naherholsamkeit. Mit einsetzender Dämmerung erreichten wir schlielich den Großen Wannsee.

Der große Wannsee. Die unergründliche Eminenz unter den Berliner Seen. Man bedenke, dass wenige Minuten später ein stattlicher “60%-Mond” (diese Angabe beruht auf dem über alle Zweifel erhabenen Romatikbevollmächtigten des Reisekollektivs) diesen Anblick ergänzen sollte.

Voller Eindrücke zogen wir einmütig am Ufer des Sees heim. Zwar kam es noch zu wirren politischen Willenskundgebungen der üblichen Ewiggestrigen…

Wie war das nochmal gleich? Wer mit 40 kein Kommunist ist …

…und kleineren Beziehungsreibereien…

Aber im Großen und Ganzen fügte sich alles in eitel Harmonie und dem gierigen Ruf nach mehr. Daher, du junger Tourist da draußen, wenn du auch einmal von dieser bezaubernden Polyesterraupe fotografiert werden willst, komm zu uns und fahr S-Bahn!

Sonnabend, den 3.2.07, 13:00 an den S-Bahngeleisen des Alexanderplatzes
Diesmal geht die Reise nach POTSDAM!

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