Die Herren (und Damen) des Rings

Nun denn, der Ring liegt hinter uns und vor mir einer der längsten Berichte, die dieser Blog gesehe hat. Fangen wir mal mit einem vorläufigen Fazit an: Wir haben es geschafft! 28 Stationen (im Uhrzeigersinn!), 28 verschiedene Biere (ohne Beck’s ertragen zumüssen!). Ich denke, das hat schon mal einen Szenenapplaus verdient. Von 11 Uhr bis 21:30 erfuhren wir Außergewöhnliches, Herzerweichendes, Unfassbares und Angenehmes. Grundsätzlich kann man sagen, dass es ein Erfolg war, auch wenn man über die mögliche Regelmäßigkeit einer solchen Veranstaltung geteilter Meinung sein kann.

Die ausführliche Beschreibung folgt in Bälde. Ich warte noch auf Fotos und darauf, dass sich eine akzeptable Chronologie in meiner Erinnerung regeneriert.

Folgen wir mal diesem unschätzbaren Dokument unseres pflichtvergessenen Schriftführers um die Ereignisse zu rekonstruieren.

Alles begann in Ostkreuz und ließ sich recht gut an. Auf reichlich bekannten Terrain stießen wir mühelos vor. Selten waren die Wege lang. Noch war die Neugier und der Durst auf bizarre Bierexperimente groß. So kamen wir in den zweifelhaften Genuss von Steinachthaler oder Paderborner. Schnell fiel die Entscheidung den Ring zu vierteilen und sogenannte Quartalspausen in Kneipen, die uns verdient hätten, einzulegen.

Die erste Pause fand im “Bierhaus Schöneberg” statt. Kurze Manöverkritik des Ringkollektivs erbrachte ausnahmslos frenetische Begeisterung mit dem bisherigen Verlauf. Frohlockend machten wir uns auf, noch weiter in den Westen vorzustoßen.

Schade drum. Die Zeit hatten wir dann doch nicht. Aber als Idee gespeichert.

Just nach diesem Zwischenstopp kam ein weiterer erlebnishungriger Ringer in unsere Runde und wurde vorbehaltlos aufgenommen.

Hiermit löse ich ein sogenanntes Kettenrätsel aus. Was wir hier sehen, ist die Lösung der Frage vom letzten Beitrag. Wir erinnern uns – die meisterhafte Darstellung eines beliebten Wappentiers zog uns damals alle in seinen Bann. Hier sehen wir also das Vorbild dieser künstlerischen Darbietung. Die aktuelle Frage lautet nun: Wo auf dem Ring befindet sich dieses wunderschöne Wandmosaik?

Nun näherten wir uns langsam der öden Schleife des Rings. Im Vorfeld wurden ja eine Menge Stationen genannt, an denen es schwer werden würde, ein Bier zu ergattern. Doch dass es prinzipiell ab Heidelberger Platz derart problematisch werden würde, hätte keiner erwartet.
An vielen dieser Stationen war unsere einzige Chance der lange Weg zur Tanke. Als Tiefschlag schlechthin erwies sich schließlich Westkreuz. Sicher, von mehrmaligem Umsteigen her war niemanden dieser Bahnhof ans Herz gewachsen. Aber es war doch ein Kreuz!
Nun, verglichen mit unserem Ostkreuz war das Westkreuz wirklich die missratene und unausstehliche Stiefschwester. Wir konnten nicht anders – die Regeln mussten über Bord geworfen werden – ein Teil der Gruppe übernahm diesen schmutzigen Job, setzte sich klammheimlich mit der S-Bahn ab und erwarb dort ein Bier. Leicht gedrückter Stimmung setzten wir unsere Reise fort.

Doch das hässliche Ringexzem zwischen Heidelberger Platz und Messe Nord hatte schon mit Westend sein Ende. Hier legten wir in trauter Geschlossenheit die nächste Pause ein. Wenn mich nicht alles täuscht, hatte das Lokal den vielversprechenden Namen: Die Haltestelle!

Souveräne Peripheriker beim Bergfestplausch. Käffer lagen hinter uns, die dem gemeinen Ringfahrer so exotisch wie abstoßend vorkommen mussten. Lässig blickten wir hinter uns. Brandenburg, warte nur noch ein Weilchen.

Pils, Kaffee und immer verschwurbeltere Gespräche – die Hälfte war geschafft. Sorge oder Zweifel ob den kommenden Herausforderungen? Fehlanzeige! Jetzt wollten es alle wissen. Bzw. die Mehrheit. Zwei Mitstreiter strichen die Segel und trennten sich von uns. Auf gings – die Sonne im Rücken!

Doch dazu später mehr.

Wat ein Cliffhanger!

Wie wird das wohl enden?

Das Ringbahn-Projekt

Meine lieben Freunde, zunächst einmal vielen Dank an alle die dabei waren. Bei Wind und Wetter, bei eisigstem Frost und heimeligstem Sonnenschein, mit Kater, Liebeskummer oder anderen schwerwiegenden Behinderungen – Danke! Es hat Spaß gemacht! Und es ist noch lange nicht Schluss. Ehrgeizige Peripheriker, die für den Sommer mit den Regionalbahnen liebäugeln, stehen bereit die Fahne der aufgeklärten Provinzliebhaberei weit hinein in die Mark zu tragen. Die Diskussion über die Details dieses Projektes wird sicher auch während der Ringfahrerei weitergeführt werden.

Nun aber zum aktuellsten Vorhaben: RINGBAHNSAUFEN!

Hier wurde in der jüngeren Vergangenheit schon einiges vorgearbeitet. Die frühen Planungen waren zwar noch recht einfach gestrickt. Man ging einfach davon aus, den Ring so oft wie möglich rumzufahren. Idealerweise begleitet von einem Kasten Bier. Das erschien mit der Zeit dann doch ein wenig unsexy. So kam die wahnwitzige Idee auf, an jeder Haltestelle auszusteigen und ein Bier zu trinken. Eine kurze Zwischenrecherche ergab jedoch, dass es sich um ganze 28 Stationen handele. Selbst die stolzesten Haudegen unter uns bekannten freimütig, hier eine gewisse Unmachbarkeit zu erahnen. So dann kam man auf den Kompromiss, an jeder Station ein (!) pro Reisegruppe zu erwerben und gemeinsam zu genießen. 28 Bier bei einer durschnittlich um die 6 Personen umfassenden Horde wäre machbar und klingt erstmal nach einer guten Idee. Wichtiger Punkt ist außerdem, dass Zeit und Ort verändert werden sollten. Ich schlage vor: Ostkreuz 11 Uhr!
Natürlich ist das alles noch ausbaufähig. Insbesondere der offizielle Kommissar für Spiel und Trieb wies darauf hin, wie durch verschiedene Tricks und Neckigkeiten das Grundkonzept mühelos aufgepept werden könne.

Ich rufe also hiermit zu einem Austausch über die Spielregeln auf. Nutzt diese wundervolle Kommentaroption doch endlich mal. Nachdem ich jetzt so viel über diese nervenden Trolle und die rechtliche Problematik von Kommentaren auf Blogs gehört habe, will ich auch endlich welche. Also, legt los! Wie hättet ihrs gern? Ach, bevor ich vergess zu sagen, auf diesem Blog sind Trolle ausdrücklich erwünscht – um nicht zu sagen herbeigesehnt!

Terminvorschlag wäre:

Sonntag, der 29.04., 11 Uhr, Ringbahngleis Ostkreuz (Richtung wird durch Zufall entschieden!)

Tschuldige China!

Was musste ich hören? Millionen über Millionen emsigen Weltmachtaspiranten ist das Vergnügen versagt, sich an meinem Blog zu ergötzen. Da muss es sich doch um ein Missverständnis handeln. Und wenn, was hab ich falsch gemacht? Sprich mit mir!
 Man kann doch über alles reden. Wir waren doch bis jetzt so dicke! Super Beziehung eigentlich. Also komm, hab dich nicht so! 
Schalt mich wieder frei! 

Köpenickiade

SDa ich die letzte Woche voll beschäftigt damit war dem Selbstverständigungsprozess der Blogosphäre beizuwohnen, kam ich nicht dazu meinen eigenen kleinen Blog zu pflegen. Dies sein nun nachgeholt mit dem ausstehenden Bericht über unseren Ausflug nach Spindlersfeld, der im eigentlichen ein Ausflug nach Köpenick werden sollte.

Unser Weg führte an dem eindrucksvollen REWATEX-Gebäude vorbei, dessen Existenz gewissermaßen auch etwas mit der S-Bahn und Spindlersfeld zu tun hat. Ausführliche Vorträge um das Treiben eines gewissen Herrn Spindlers rauschten in charmater Vortragsform an unserem Langzeitgedächtnis vorbei.

In der Groundhopper-Kategorie Archäologie konnte erfolgreich gepunktet werden. 
Wir sehen hier den ehemaligen Fußballplatz des ehrwürdigen Motor Köpenick.

Dieser Blick ist in seiner Bedeutung nicht zu unterschätzen. Groé Teile der Reisegruppe begutachteten erstmals unser “Union-Spree-chillout-Ufer” von der anderen Seite.

Beruhigende Stillleben am Rande. Weinbrand, der Klassiker unter den Prekariatssubstraten in beschaulicher Anzahl.

In der Liga der Hundehinweisschilder kamen wir in der Köpenicker Altstadt in den Genuss eines nahezu unschlagbaren Niveaus. Nehmen wir uns die Zeit und schauen mal ein wenig genauer hin!

Auch wenn die Gastronomie dank Ostersonnabend nicht wirklich mit Angeboten um sich schlug – wir wurden fündig und genossen bei besten Mittepreisen die Segnungen des Klimawandels.

Gedanken an das “gute. alte Köpenick” wurden schnell…

… durch ausgelassene Fröhlichkeit wegewischt. Frage zum Foto: Welches durchgeknallte Wappentier eines so liebenswerten wie bizarren Bundeslandes wird hier spielerisch dargestellt?


Schließlich fanden wir sogar noch ein Osterfeuer, an dessen züngelnden Verheißungen wir den Tag beschaulich ausklingen ließen.

Den nächsten Programmhinweis kann ich mir wohl sparen, weil ich in 5 Minuten losgehe. Diesmal geht es nach Erkner und damit schließt sich der Kreis. Es ist vollbracht. Danke an alle die dabei gewesen sind und bleibt dem Projekt weiter treu. In zwei Wochen wird es zum großen Finale kommen.

RINGBAHNSAUFEN

Ich hoffe ihr kommt alle zahlreich. 28 Staionen warten auf unseren Besuch. Weitere Informationen zum genauen Ablauf folgen in den nächsten Tagen!

Von Grünau nach Friedrichshagen

Der Doppelschlag ist gelungen – zwei S-Bahnendstationen (verschiedene) mit einem Mal!

Hier nun die frischesten Berichte von der Filetspitze des Berliner Südostens. Bei allerliebsten Wetter trotzten wir den absonderlichsten S-Bahnverbindungen und nach etlichem Umsteigens standen 18 flanierwillige Beine auf dem Boden Grünaus. Dabei sollte es nicht lange bleiben, denn uns zog es hinüber über die Dahme um auf der anderen Seite an der Regattastrecke entlang zu laufen. Das Übersetzen erfolgte mühelos wenn auch ein wenig beengt und schon waren wir am Wendenschloss und nahmen unsere Wanderung auf.

Allerorten roch es nach Frühling und das flanierende Volk jubilierte ungeniert, dass es eine wahre Pracht war. Wir stimmten mit ein und fühlten uns streckenweise nicht nur peripher wohl. Die Gastronomie musste auf dieser Route nicht wie üblich durch gewitzte Nachforschungen herausgekitzelt werden, sondern sie bot sich hinter fast jedem Baum an. Wir nutzten nicht alle Angebote, aber einige und schafften es dennoch einen der Müggelberge zu erklimmen.

Schon nach wenigen Metern wird die Ausflugsgesellschaft nicht nur durch den reizenden 
“Schmetterlingshorst” (Kiosk)
 zum Innehalten gezwungen, nein, hier nehmen auch Teile der Expedition ein kurzlebiges aber intensives Bedürfnis mit, welches sich in gierigen Bürgerbräu-hamsterkäufen zeitigt. Fernziel: Zwergin Pauline! Muss noch mehr gesagt werden? 

Die Restauration auf dem Müggelturm dagegen ließ einem der Mitreisenden nur die Beobachtung entfleuchen: 
“Hier hat man zu Ostzeiten keinen Platz bekommen und jetzt auch nicht!” Kontinuität ist alles!
Wenn Deutschland laut Eigenwerbung das Land der Ideen ist, dann stellt sich hier die Frage, welchen Teil der Idee Köpenick beisteuert. Für den immer noch ahnungslosen Betrachter: Es handelt sich um eine musterhaft abgesicherte Fallklappe auf dem Müggelturm!

Ausblicke aufs flache Land. Irgendwo da draußen sind sie – Regionalbahnendbahnhüfe!  Die letzte Grenze. Eine wahnwitzige Idee gärt herauf…

Soljanka – der Klassiker der Ausflugssattmacher enttäuschte diesmal auf der ganzen Linie. Billige Laufkundschaftsnepperei!

Hier angekommen, schlugen wir nach kurzer und nahrhafter Pause den Weg gen Norden zum Müggelsee ein und schafften es tatsächlich noch im Brauhaus-Biergarten zu Friedrichshagen ein Abschlussbier zu genießen. Damit hatte dieser bezaubernde Abend auch schon seinen Abschluss gefunden und wir ruckelten gut ausgestattet mit Sonne im Rücken sowie weisen Ratschlägen im Herzen nach Hause.


Wenn der Schildermacher Nachdenklichkeit erzeugen wollte, so hatte er sein Ziel erreicht. Verachtungsvoll streichelte ich die unscheinbare Schachtel in meiner Hosentasche. Warum muss alles Destruktive auch immer einen Haken haben?

Und als kleinen Anreiz für den nächsten Ausflug am 7. 4. hier noch ein kleines Filmdokument! Entdeckt an der Leitplanke des Müggelturmparkplatzes!

Auf in die wohl zentralste Peripherie!
Auf nach Spindlersfeld!

Sonnabend, den 7.4., 13:00, an den S-Bahngeleisen des Alexanderplatzes

Auf in die grüne Aue

Ja, Grünau, nachträglich aber aus gutem Grund aufgenommen in die Reihe der Ausflugsziele, ist wahrlich eine Reise wert. Wenn ich in der Vergangenheit so manch bizarre Kaff anpries und euch damit aus euren Stuben locken wollte, so kann ic diesmal mit Kenntnis und Erfahrung auftrumpfen. Sollte es nicht hageln und stürmen ist ein Spaziergang an der Dahme in dieser Gegend ein wahrer Luxusausflug. Eigentlich fehlen nur Berge um das Ganze in den Olymp der Spazierrouten zu erheben. Soviel zur Werbung. Aber dieser Blog will ja auch zur Wissensvermehrung beitragen und ich habe in dieser Hinsicht ein paar unverschweibare Informationen ausgegraben.

Also zunächst mal: ein Wappen gibt’s nicht, wie ihr vielleicht schon bemerkt habt. Schade eigentlich, denn ob der bewegten Geschichte Grünaus würden mir da schon ein paar Motive einfallen. Irgendwann zwischen 1747 und 1753 kam F2 auf die Idee hier ein Kolonistendorf zu gründen. Die ersten Erlebnisse der hoffnungsvollen Siedler zerkrümelte schnell. Unzureichende Sonnenwärme und der wenig fruchtbaren märkischen Sand verhinderte tatsächlich, dass hier die geplante Weinkultur eine Zukunft haben könne. Tscha! Man denke nur das Konkurrenzprodukt zum Bürgerbräu hätte „Grünauer Bärenblut“ sein können! Wirklich zu schade! Doch die wackeren Preußen gaben nicht auf und punkteten, na, mit was wohl?! Nein, ausnahmsweise mal nicht mit Kartoffeln. Eine Baumwollspinnerei und eine Seidenraupenzucht schaffte es die Grünauer vom Nichtstun abzulenken. Doch diesem denkbar optimalen Start folgte die übliche Rumdümpelei infolge des Siebenjährigen Krieges. Um 1800 lebten hier nur 59 Leutchen. Aber dann! Dann kam derBootsbau und das Wäschereigewerbe in die Gegend. Der Wassersport folgte nahtlos und zog wiederum Kneipen und Gaststätten hinter sich her. Die Aufwertung schlechthin erhielt Grünau schließlich durch die Austragung der olympischen Ruder- und Kanuwettberwerbe 1936

Soviel zur Geschichte Grünaus. Ein weiteres Leckerli aus der Krabbelkiste des unnützen Wissens ist vielleicht noch das die Liste der berühmten Söhne und Töchter Grünaus genau einen Treffer aufweist. Und zwar den Herrn Karl Dönitz, seines Zeichens Großadmiral und Oberbefehlshaber der deutschen Kriegsmarine im Zweiten Weltkrieg und Unterzeichner der Kapitulation.

SONNTAG (!!!), den 1.4., 13:00 an den S-Bahngeleisen des Alexanderplatzes

Wusterliche Impressionen

Königs Wusterhausen (sprich: KahWeh) stand auf dem Programm und vier edle Recken waren völlig ungebrieft (ohne jegliche Vorabinformation auf ihrem Lieblingsblog) erschienen um eine weitere S-Bahn-Endstation zu entdecken. Keine Zeit für diesen Service. Schade, denn sonst wäre mir diese tolle Aktion nie und nimmer entgangen. 

Schnurstracks nahmen wir unseren Weg hin zum anempfohlenen Schloss und widmeten uns hier ganz den Freuden des Frühlings.

Drei ausgewiesene Quizmaster und mustergültige Klugscheißer waren aufgeschmissen: Wie heißt dieser anmutige Frühblüher?

Ganz nett. Aber schon ein wenig mickrig, oder. Selbst für ein Jagdschloss. Jaja, ich weiß… Preußen! Wer luxuriöse Jagschlösser baut, gewinnt in der Regel nicht die richtigen Kriege usw. usf.

Nach diesem kulturellen Schnelldurchlauf trieb es uns in die Natur. Hin zum Wasser. Nach kurzem unschlüssigem Hadern entschieden wir uns für einen reizvollen Naturlehrpfad, der uns die heimatlichen Bäume ein wenig näher bringen sollte. Leider war die Plakettierung ein wenig heruntergekommen. So dass wir nicht viel klüger waren als wie zuvor!

Erlen, Eichen, Ebereschen – alles mag sich in diesem Suchbild verstecken. Einmal mehr geriet der Bildungsauftrag dieser Ausflüge arg ins Stolpern.

Leicht enttäuscht brachen wir nun aus dem Wald hervor um das ehrgeizige Ziel jeder Peripherieentdeckung zu krönen: Die schnuckeligste Kneipe am Ort zu finden! Und Freunde des Abseitigen – es war diesmal eine wahrlich anstrengende Sache. Ich hab schon nicht mehr dran geglaubt. Nach Asia-Imbiss und geschlossener Gesellschaft erblickten wir sie – die MELOIDIE!

Bald ist der Ring rum. Doch kein Platz für Wehmut! Sachliche Beurteilung des Erreichten stehen hier in schwurbelnder Harmonie mit angemessenem Anspruchsdenken!


Und so zogen wir schließlich schweren Herzens wieder hinaus in die Welt des Zentrums. Eine lustige Fahrt sollte es werden. Darum liebe Stubenhocker oder -bastler: Auf in den April mit Grünau! Kommt alle wenn ihr an solchen Höhepunkte teilhaben wollt!!!

Am 1.4. (ACHTUNG: Sonntag!), 13:00, an den S-Bahngeleisen des Alexanderplatzes

Im Zeuthenstand

Hier nun die Abrechnung des wöchentlichen Ausflugs. Wir waren vorgewarnt. Einige ortskundige Stimmen hatten gemahnt, dass Zeuthen nun wirklich nur was für Eigenheimfetischisten sei. Andererseits lag es im bezaubernden Südosten, eine Gegend die mir ja traditionell am Herzen liegt. Was hatten wir also zu riskieren?! Nun, der Publikumsmagnet war Zeuthen tatsächlich nicht. Einmal mehr zogen wir als überschaubares Duett mit Hundekavallerie in die Ferne.

Aufrichtig ratlos standen wir vor diesem Angebot. Mal im Ernst! Was wollen sie uns sagen, die Zeuthener Wirte?
Der wütende Kampf gegen die Geißel der Vorgartenharmonie – Hundescheiße – hatte bei vergangenen Ausflügen schon die eine oder andere Warnschild-Kostbarkeit in unseren Herzen getragen. Auch dieses ließ mal wieder kein Auge trocken!

Zeuthen empfing uns ohne jeglichen Charme und Anmut. Schnell war ein Ortskern ausgemacht. Hiernach gingen wir eine lückenlos zugebaute Uferstraße entlang. Begleitet von Hagel und Sonnenschein schafften wir es bis Schmöckwitz. Und ab hier wurde es dann auch richtig nett. Wir kehrten in ein riesiges Westernlokal ein und genossen die Absurdität in vollen Zügen.

Ohne Frage, ein Ausflugsziel der Extraklasse. 

Wir streckten die Beine aus und stürzten uns in munteres Geplänkel. Immer wieder unterbrochen von bizarren Gesangseinlagen unbekannter Countrygrößen. Unvermittelt gelangten wir zum Höhepunkt des Abends: Gilmore Girls – wir mögen sie beide! Wer hätte das gedacht?! Nach mehrstündigen, hysterischen Austauschens von Interna, Lieblingssprüchen und Synchrobugs standen wir kurz davor den 1. Schmöckwitzer Gilmore-Girl-Fanclub zu gründen. Ein unerwarteter Schalkesieg und eine pünktliche Straßenbahn brachte uns aber schnell wieder davon ab. Und so ging es wieder nach Hause.

Eifrig bejahend zogen wir heim. Mit der S-Bahn. Was der “Rasselbock” mit Berlin zu tun hat, wird bis auf weiteres sein reizloses Geheimnis bleiben.

Nächsten Sonnabend geht es nach Königs Wusterhausen. Diesmal mit versierter Führung durch einen wohlbekannten Einheimischen. Der kleine geile Troll gibt sich die Ehre!

Sonnabend, den 24.3., 13:00 an den S-Bahngeleisen des Alexanderplatzes

Schienenersatzspaziergang

Und so geschah es, dass ich an einem wundervollen Sonntagnachmittag in erwartungsvoller Einsamkeit am Alexanderplatz saß. So allein natürlich auch wieder nicht, denn diese Schönheiten standen mir ergeben zur Seite.

So schwer nahm mich das alles nicht mit. Hatte ja schon im Vorfeld Bedenken ob dieses Termins. Doch, o Wunder, auch diesmal entging ich dem Solo. Ein mir recht vertrauter Geselle erschien unvermittelt aus der Asche der zerrütteten Nacht. Daher nahmen wir flugs unsere Plätze ein und zuckelten gen Zeuthen.

So nahmen wir jedenfalls an. In Baumschulenweg vernahmen wir, dass es per SEV nach Schweineöde gehen würde. Gemäß unseres S-Bahn-Codex’ und angesichts unserer ausgelaugten Physis lehnten wir dieses Angebot entrüstet ab und entschieden uns für einen ausgedehnten Spaziergang durch den guten, alten Treptower Park. Wir sollten es nicht bereuen.

Es war wie gesagt ein gar entzückendes Wetter. Wir wandelten umschwirbelt von lauen Lüften durch die erwachende Natur, steckten uns Blümchen ins Haar und sangen beschwinkte Volkswaisen…

Dann ließen wir unsere erschöpften Glieder kurz bei Zenner nieder. Ein Wermutstropfen war vielleicht, dass die Tanzteesaison noch nicht begonnen hatte, aber man kann halt nicht alles haben. Mit sportlicher Frührentnereleganz nahmen wir schließlich die letzten Meter zur S-Bahn in Angriff und ließen uns dann entspannt in den Tag des Herrn fallen.

Fazit dieses Berichts ist nun, dass es nächsten Sonnabend erneut nach Zeuthen geht. Die verantwortlichen Stellen sprechen von keinerlei Beeinträchtigungen auf der Strecke.

Also: der gleiche Text mit veränderten Datum!

Sonnabend, den 17.3., 13:00, an den S-Bahngeleisen des Alexanderplatzes 

Zeuthen ruft!

Nach langer Pause ist es nun wieder soweit – Zeuthen soll entdeckt werden. Eine Gemeinde mit einem so possierlich kleinen Wappen, dass es mir schier das Herz brechen will!

Nun, was gibt es in Zeuthen? Nicht dass wir Attraktionen nötig hätten, um uns auf die Schiene zu machen.
Neben dem legendären Fischerfest, für das wir leider ein wenig zu früh dran sind (Merken: Pfingsten!) treffen wir hier auf eine Siedlung von dessen drei Städtepartnerschaften zwei mit schweizer Städten (Interlaken und Bödeli)  aufrechterhalten werden. Was sollen wir davon halten? Keine Ahnung.


“Wie ein naturgeschliffener Smaragd leuchtet der Zeuthener See – südöstlich von Berlin – aus der flachen, weiten, sandigen Mark Brandenburg.” Man darf also gespannt sein!

Auf einer ein wenig pro-zeuthener Seit wurde hervorgehoben, dass “derKontrast zum nahegelegenen Berlin” hier zu finden sei! Hmm… liebe Zeuthener, das nehm ich euch jetzt einfach mal ab, aber denkt ihr euch
 damit so irrsinnig von jeder anderen Speckgürtelsumpfblume abzuheben?! War ja nur ne Frage!
 
Vielleicht noch ein kleiner Exkurs in die Zeuthener Geschichte: “Im 15. Jahrhundert setzte ein Wüstungsprozess ein, dessen Ursachen mannigfaltig waren: Fehler bei der Dorfgründung, klimatisch bedingte Missernten, Krankheiten, kriegerische Auseinandersetzungen und andere Plagen…”

Hoffen wir inständig, dass sie das in der kurzen Zeit wieder in Griff gekriegt haben. In diesem Sinne!

Sonntag (!), den 11.3., 13:00, an den S-Bahngeleisen des Alexanderplatzes

Alles hat Vor- und Nachteile