Hinsichtlich meiner Lektüregewohnheiten rühme ich mich mit gewisser Berechtigung enormer Steherqualitäten. Selten lege ich ein einmal begonnenes Buch zur Seite. Getreu der Devise, dass man ein richtig gutes Buch nur schätzen kann wenn man sich auch mal durch eher nicht so tolle Literatur quält, habe ich diesbezüglich einiges Unerfreuliches hinter mich gebracht. Doch wenn man sich mit zunehmenden Alter gelassen aber ernsthaft der beängstigenden Frage nähert, wieviele Bücher man wohl noch zu Lebzeiten lesen kann, dann wird man etwas wählerischer und ungeduldiger.
Mit diesem Gedanken im Hinterkopf legte ich das „Glasbuch der Traumfresser“ schließlich entnervt zur Seite. Und das obwohl ich von den knapp 1000 Seiten schon gut zwei Drittel geschafft hatte. Dabei ließ sich im Vorfeld alles gut an. Neben dem überaus ansprechenden Cover reizte auch das Sujet. Doch der Schein kann eben bisweilen auch trügen. Endlose, verwirrende Verfolgungsjagden, langatmige Beschreibungen von Banalitäten – und all dies kreist um ein eher vorhersehbares Mysterium. Zudem wirkte alles auf mich irgendwie bekannt und ausstauschbar. Über hunderte von Seiten gab ich der Geschichte eine Chance, hoffte auf den zündenden Funken, Schwung oder sonstwas, aber als ich spürte wie ich mich zum Lesen zwingen musste, gab ich auf. Zu dieser bemitleidenswerten Gattung von Menschen, welche Lesen als lästigen Zwang begreifen, möchte ich in diesem Leben nicht gehören.
Fazit: Aus meiner Sicht nicht empfehlenswert, wobei ich mir durchaus vorstellen kann, dass dieses Buch dem einen oder anderen gefallen könnte.
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