Frisch gelesene Bücher: Die dritte Simulation

Erneut stürzte ich mich mit viel Vorfreude in eines der wenigen auf Deutsch erhältlichen Bücher von Robert J. Sawyer. Eben jener hatte mich bereits mit dem Buch “Flash” aus dem jene, leider viel zu früh abgesetzte Serie “Flash Forward” entstand, restlos begeistert. Das Thema welches in diesem Buch angegangen wird, mag auf den ersten Blick vielleicht nicht sonderlich begeistern: Kanadische Wissenschaftler entdecken bei Untersuchungen des menschlichen Gehirns eine ominöse Energie, die nach dem Tod des Menschen diesen anscheinend verlässt. Der wissenschaftliche Beweis der Seele scheint erbracht. sawyer Dies klingt nicht wirklich prickelnd und man ist versucht derlei schnell in die pseudoreligiöse Ecke abzustellen. Doch Sawyer gelingt es, diese zweifellos bahnbrechende Entdeckung als Beginn einer Kaskade von hieraus folgenden Fragen aufzubauen, dass man nicht im Ansatz enttäuscht wird. Denn die Existenz einer Seele fordert die Frage heraus, was diese ausmacht, bzw. was wir ohne sie wären. Ab wann haben wir eine Seele und was folgt daraus undundund… Sawyer bastelt hieraus einen überaus spannenden Thriller, der einmal mehr durch Exaktheit und Unaffektiertheit besticht. Wirklich zu schade, dass sich deutsche Verlage diesem Ausnahmeautor bislang nicht ausreichend angenommen haben. Nur noch ein weiteres Buch von ihm liegt in deutscher Übersetzung vor. Danach muss ich wohl oder übel mal ins Original eintauchen. Reizender Punkt am Rande: Obwohl schon 1995 geschrieben, lautet der Titel des Papstes in diesem Buch in der Tat Benedikt XVI. Erstaunlicher Glückstreffer möchte ich meinen.  

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