Ode an einen Kabelkanal

Oh Tehalit, oh Tehalit – du wunderfeiner Plastverschnitt!
Bist du den meisten gänzlich unbekannt,
doch glittst nun Wochen durch meine Hand.
Warst Freund und Geliebte in gleichem Maß,
Leid und Kummer ich mit dir schnell vergaß.
Nur kleine Geister sehen nicht mehr
als schnöden Trittschutz bitte sehr!
Doch wisset, Kabelnutzer dieser Welt,
was diese Röhre mehr enthält.
Ob weiß, ob schwarz oder in grau,
verschönerst du noch jeden Bau
Ob in eleganter, grader Schnur
ob um die Ecke mit Bravour,
Mit Gärung ganz die Wand hinauf,
bis zur Decke weit herauf
Es gibt der Grenzen für dich kaum,
betritt dein Plastikglanz den Raum
Doch ist der Zweck deiner Existenz
nicht bloß Schönheit in Essenz
Dein Streben, ja dein Daseinswille
wirkt selbstlos für die Kabelrille.
So führst du alle Kabel des Erdenrund
in klarer Spur von Punkt zu Punkt
Drum nimm mein Dank, du edler Plastestrahl
erzitternd denk ich an das nächste Mal.
Denk an die schönen Stunden mit dir jeden Tag
und sag zum Abschied leise: „Klack“.

Ein Gedanke zu „Ode an einen Kabelkanal“

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