Zwischen Denkstätten und Gastmälern

Und wieder mal ging es hinaus in die unentdeckten Weiten Brandenburgs. Bernau war im Vorfeld hochgelobt wurden, dementsprechend maßlos waren unsere Erwartungen. Ob den zeitplanerischen Höchstleistungen des Exkursionsleiters kam ein Teil der Reisegruppe stark erschöpft und arg verspätet am Treffpunkt an. Wir klopften uns den Staub von den Hosen, versteckten verschämt die gröbsten Flecken und auf ging es in den goldenen Norden.

Touristen wie wir sie gerne sehen. Aufgeweckt, höflich und vergnügungssüchtig.

Und so bestiegen wir unseren Zug und fuhren ab. Wie schon erwähnt fuhren wir ja nun auf einer doch unfassbar historischen Strecke. Leider hatte ich dies zu diesem Zeitpunkt völlig vergessen.
In Bernau angekommen, gingen wir übergangslos zur Stadtbesichtigung über.


Touristengruppe in Tuchfühlung mit Studienobjekt.


Und es sollte sich tatsächlich gelohnt haben. Bernau schlug uns in Form einer aufgestellten Stadtkarte einen, an der Stadtmauer orientierten Stadtrundgang vor. Wir nahmen diesen Vorschlag an und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. War diese Stadt in der Vergangenheit für Bier, Tücher und Hussiten berühmt, so versucht sie anscheinend nun mit einem ganz anderen Dreh im Gespräch zu bleiben. Gedenkindustrie aufgepasst! Hier in Bernau ist man hinsichtlich des erfindungsreichen Gedenkens ganz weit vorne. Wir stolperten über ein Denkmal nach dem anderen.

Eindrucksvoll und dennoch gerade in seiner Schlichtheit erdrückend. ‚Diese verdammten Schichtpressstoffe! Warum? Warum nur?!’ mag der Betrachter beim Anblick dieses Mahmals still für sich denken, nur um gleichen Moment aufzumerken und nervös über dem Gedanken zusammenzubrechen, ob wir nicht alle ein wenig Schichtpressstoffe in uns haben.


Einzigartig ist dieses Denkmal weniger ob seiner Aussage oder Zielgruppe, sondern weil es das einzige natürlich verschwommene Mahnmal der Welt ist. Eine Kampfansage an die Naturgesetze fürwahr – doch um an ein zusätzliches Denkmal zu kommen, kennt der der Bernauer nichts!.


Und dieses hier hat mich dann doch aufrichtig überrascht. Was sich da so schüchtern im Hintergrund an die übliche Preussenkriegersäule anzuschmiegen versucht, ist tatsächlich ein Denkmal für Deserteure! Respekt. Sowas sieht man wirklich selten.


Ein Hundeklo. Wenn wir bei diesem Anblick mal ganz doll nachdenken, werden wir einsehen, dass nur aus Katzenklo in unserem Land ein Hit werden konnte.

Doch nach all diesen aufreibenden Erlebnissen hatten wir dieses Mal nicht nur die Gastronomie auf unserer Seite, nein, wir fanden sogar DIE Schenke. Die Mueumsklause verstand es maeisterhaft unsere Gelüste nach herzhafter Kost und dem berühmtem Getränk der Region zu befriedigen. Ein vielfaches Hoch auf alle Einrichtungen dieser Art. Ich bin mir sicher, dass es da draussen noch einige von ihnen gibt. Dher schließt euch uns an und geht nächsten Sonnabend mit auf die Reise, wenn es wieder heißt:

Lassen Sie mich durch! Ich muss nach Brandenburg!


Hungrig und unglücklich sieht anders aus. Erfolgreiche Bedürfnisbefriedigung ist für die Bernauer eine Selbstverständlichkeit.


Das legendäre Schwarzbier, dessen Herstellung die vorwitzigen Bernauer übrigens in einem Anflug von arbeitsscheuem Übermut kurzerhand nach Friedrichshagen ‚outgesourct’ haben.


Vom S-Bahn-Ring zum Bernauer Ring. Spezialitäten bei dessem Anblick meine kurze Liebelei mit dem Vegetarismus ein schnelles Ende fand. Wer will es mir verdenken?!

Und nächsten Sonnabend geht es nach Birkenwerder!
Natürlich nur nach einem ausverzüglichen Briefing.
Dieses erhaltet ihr in den nächsten Tagen an gewohnter Stelle!

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