Tütenmissbrauch

Als vor einigen Jahren im Friedrichshain die erste Tütenspender sichtbar wurden, war ich sehr skeptisch. Sicherlich, ich fand es eine prima Idee. Hatte man doch zuvor nicht immer eine Tüte parat und musste die Hinterlassenschaften mit eher zweifelahften Arbeitsmitteln beseitigen.  Nun gab es hierzu eine Alternative. Und schnell wuchs die Zahl der Tütenspender, zumindest im Südkiez, enorm an. Natürlich führte es nicht dazu, dass Hundescheiße auf den Straßen nicht mehr zu sehen wäre. Doch es ist weniger gewurden und das wollen wir an dieser Stelle einmal ausdrücklich begrüßen.Im Wedding sieht es in dieser Hinsicht ganz anders aus. Einerseits ist die hiesige Hundepopulation zwar, wie schon beschrieben, eher klein andererseits ist aber der Umgang des gemeinen Weddingers zu Unrat auf den Straßen eine problematische Angelegenheit. Rücksichtslos zugemüllte Straßen gehören hier zum Alltag. So nimmt es dann doch Wunder, dass der, meines Erachtens einzige Tütenspender am Leopoldplatz nun offziell aufgegeben wurde. Dies kommt nun einer bedingungslosen Kapitulation gleich, denn den Gang zum Bäcker werden wohl eher wenige antreten. Schade drum. Ein wenig mehr Geduld wäre hier vielleicht angebracht gewesen. Schließlich muss man bei solchen zivilgesellschaftlichen Erziehungsmanövern immer einen langen Atem einplanen. Nun denn, es hilft alles nichts, da muss dann wohl kräftig importiert werden.  Wollen wir nur mal hoffen, dass die Verantwortlichen wegen des bedrohlichen Missbrauchpaotentials von Tüten nicht die Schutzzollkeule herausholen. An Tüten hab ich mich im Alltag nämlich schon irgendwie gewöhnt.

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