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Abschied vom großen Berg

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Zwei Tage haben wir im Schatten dieses übermächtigen Riesens verbracht. Nun ziehen wir weiter. Höchstwahrscheinlich gen Telavi um der Weinlese beizuwohnen. Eines soll aber noch angefügt sein. Wenn der Eindruck entstanden sein mag, dass Russland hier in irgendeiner Weise ein Problem sein könnte, so entspricht das dem Eindruck den ich vermitteln wollte. Andererseits sitze ich auch gegenwärtig in einem Lokal, welches zwar definitiv polnisch dominiert ist (unser Chauffeur spruch von Mało Polski als er uns hinauffuhr – wir danken den Angeboten der ehrbaren Fluglinie Wizzair) aber durchmischt ist von Polen, Kaukasiern und Russen. Man redet und scherzt miteinander. Hoffnung, so rar sie in meinem Herzen bisweilen ist – hier habe ich auf ein mal einen kleinen Zukunftsschluckauf. Und das in dieser Gegend.

Grenzerfahrungen

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So frei dieser Blick erscheint - zwei Kilometer entfernt ist die Grenze zu Russland.

Erneut wollten wir uns heute wieder dem Ehrfurcht gebietenden Kasbeg nähern. Noch ein wenig näher an Russland wollten wir uns an ihn heran schlängeln. Nette Idee, bezaubernder Weg der uns bei allerbesten Wetter beständig in die Höhe führte. Doch nach zärtlich erklommenen 500 Höhenmetern erblickten wir den lässigsten, je gesehenen Grenzer (T-Shirt&Funke). Jener erklärte uns sanft aber bestimmt, dass wir zum weitergehen einen Propusk bräuchten. Diesen gebe es auch ohne Probleme und für lau, die Station hierfür sei auch nur 5 Kilometer und 500 Höhenmeter entfernt. Unsere Motivation für dieses Unternehmen sank angesichts dieser Angaben jedoch immens. Nun denn, ich begreife derlei Erfahrungen als Teil meines Scout-Auftrags für die große Sommertour. Die Berge mögen frei und wild erscheinen, doch die Staatsgrenzen benötigen hier stets eine gesonderte Aufmerksamkeit.

Zu Gast bei Prometheus

Ich könnte und sollte nun schwärmen und schwadronieren, die unfassbare Schönheit des Kaukasus’ in den saftigsten Farben schildern – doch muss ich ein Ereignis her orheben, welches die Unglaublichkeit der Natur leichterhand in den Schatten stellte. Da schwitzt man friedlich den Berg hinauf, ergötzt sich am Anblick des Kasbegs, hört förmlich den lebergeilen Adler kreischen und dann sieht man das rot-weiße Stigma eiserner Präsenz.

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Im Hintergrund der Kasbeg, im Vordergrund ein Aufstieg nach Maß.

Vertraut mir bitte – ich war es nicht! Warum reden immer alle über den Aufstieg wenn Union doch offensichtlich schon aufgestiegen ist.

Tiflis

Nunja, wie soll ich es sagen? Tiflis, Tiblissi … ich war (und bin) stets unsicher welche Bezeichnung die richtige ist. Aber das soll für diesen Moment egal sein. Wir reden hier schließlich nicht über irgendwas, sondern über den Kaukasus. Und ich bin angetan. über alle Maßen – die Menschen sind liebenswert geschwätzig und das Land mag in seiner Fruchtbarkeit jedwedes andere Land mit  Minderwertigkeitskomplexen überschütten. Die Berge, allerorten zu sehen, beglücken mich zudem. Nach drei Jahren Flachlandurlauben endlich wieder Berge – und dann solche! Morgen soll es hinauf gehen. Ich frohlocke in entfesselter Entzückung.

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Mutter Georgia - mit Schwert für Feinde und Wein für Freunde. Noch sind wir ziemlich überzeugt bei wein gt

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Endlich da!

Nur um die, an den heimischen Empfangsgeräten bangenden Freunde peripherer Expeditionen zu beruhigen – wir sind da! Ohne größere Komplikationen trudelten wir friedlich über Batumi nach Tiflis. Nach etwas Regeneration geht es nun ans richtige Entdecken. Aktuell kann noch nicht wirklich konstatiert werden. Ein paar Kurzbeobachtungen:

– Eisenbahn enttäuschend, Wein großartig, Menschen überschäumend freundlich und gesprächig (russischen) Kulinarik gigantisch und zum heulen schmackhaft, Berge sexy

Kaukasus

Die Räder rollen, die Nase schnuppert Reiseluft – erneut geht es hinaus in die weite Welt. Und erneut geht es in diesem Jahr zu nichts geringerem als der Erfüllung eines Kindheittraums. Nach Odessa und Kiew nun also der Kaukasus, genauer Georgien. Zugegeben, der Kaukasus ist in den letzten Jahren nicht unbedingt durch positive Schlagzeilen auffällig geworden. Geschichten von Krieg, Korruption, Verfall dringen zumeist zu uns herüber wenn es um die Wiege der Menschheit geht. Doch für mich bleibt der Kaukasus ein über alle Maßen verheißungsvoller Ort. Ob Puschkin, die Argonauten, Lermontow, Stalin, Prometheus oder die Arche Noah – ein mythischer Flecken Erde voller zänkischer Bergvölker und erlesener Delikatessen.  Aufgeregt harre ich der Eindrücke die da kommen mögen. Doch zuvor muss Polen erlebt werden. Ein, aus dieser Perspektive gesehenes, überaus gewöhnliches Reisehäppchen.