Da wir es ja nun schon seit geraumer Zeit ein wenig kühler haben und ich es immer noch nicht hinbekommen habe, mir eine Mütze zuzulegen, wanderte gestern mein Blick mit neu erwachter Anerkennung zu einem Turbanträger, der vor mir den Fußweg lang schlitterte. Abgesehen von selbstverständlicher Toleranz, die ich noch fast dem größten Quatsch, den andere Kulturen hervorbringen und mit Verweis auf eherne Traditionen als akzeptabel verkaufen wollen, fand ich Turbane ja dann doch immer eher albern oder zumindest als zu aufwändig für ein Alltagsaccessoire. Keine Frage, solch eine Kreation hat mit Sicherheit einige Neben- und Folgewirkungen im Gepäck. Ein kalter Kopf steht jedoch nicht zu befürchten. (Photo: mrsikhnet.com)Gestern jedoch sah ich die Stoffwickel in ganz neuem Licht. Voller Neid blickte ich auf den undurchdringlich fest zusammengebundenen Stoff um den Kopf des glücklichen Mannes. Kopf und Ohren schienen gegen jeglichen Unbill des Klimas geschützt. Ohren? Moment mal, waren die im Sommer auch über die Ohren gewickelt? Wenn das Ganze jetzt auch noch jahreszeitlich anpassbar war, stieg der Turban zwangsläufig nochmals in meiner Anerkennung. Doch so richtig sicher war ich mir dabei nicht. Recherchierend zog ich durchs Netz und fand eine grobe Aufteilung der verschiedenen Spielarten, welche offenbarte, dass es in der Tat ohrenfreie und ohrenbedeckte Modelle gibt. Bliebe halt nur noch die Frage ob die Ohrenfrage im Angesicht extremer Witterung verhandelbar ist oder ein totales Sakrileg sein sollte. Sprich: Darf der Sikh im August die Lauscher lüften oder der „Afghan men“ im bitterkalten Januar den Stoff auch mal ein wenig tiefer falten?! Gibt es da Erfahrungen, Meinungen oder Regelwisser?
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