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Vierhundert Tage! Wir nähern uns in Riesenschritten der Einstellung des bestehenden Langzeitrekords. Bereits hundert Tage zuvor sprach ich bereits von abwägenden Blicken hin zu unserem ersten Ausbruchsversuch. Nun ist der Vergleich zu Projekt Radria I schier unvermeidbar. Oft wehen die Gedanken hinüber zu den beiden Reisenden, die ein gutes Jahr unterwegs waren, einen langen Winter überstanden hatten und nach langen Monaten des Abwartens endlich wieder frei in die Pedalen treten konnten. Nie macht es mehr Spaß als im Frühjahr und Sommer wenn die Tage länger, die Temperaturen milder und somit das Leben ganz allgemein sorgloser wird. Und genau zu diesem Zeitpunkt mussten wir in der Vergangenheit abbrechen, in eine Stadt zurückkehren, feste Wände und Verhältnisse akzeptieren. Nein, das klingt alles andere als ideal.
Nein, ich denke, wenn man eine solche Reise abbrechen sollte, dann in einer Zeit wenn die Tage kürzer, der Wind eisiger und die Menschen verschlossener werden. Danach sah es in diesen letzten hundert Tagen nun gerade nicht aus. Wenn ich zurückblicke, Tag 301 war feierten wir hoch oben in den korsischen Bergen, und seitdem waren wir im großen und ganzen auf den hier schon vielfach besungenen französischen Radwegen unterwegs. Ja, im Grunde war es ein französischer Hunderter und dieser unterschied sich maximal von dem napoleonischen Hunderter. Dieses Land überraschte uns in fast jeder Beziehung und so spiegelt sich dies selbstverständlich auch in der Übernachtungsstatistik wieder. Natürlich finden sich auch beim ersten Hunderter ähnliche Werte. Sommer ist halt Sommer. Doch das Wildzelten, Wildschlafen, ja sogar das bezahlte Camping war hier stets von einer sorglosen Natürlichkeit begleitet, die den kleinen Unterschied ausmachte.

Klar abzulesen: Ganze 82 Nächte verbrachten wir in irgendeiner Weise draussen. Das ist ein deutliches Votum und überdeutliches Erkennungssignal – es muss wohl Sommer sein. Ausgedehnte Besuche von Freunden wie auch generell die einladende Preispolitik der französischen Campingplätze führten zu diesem stattlichen Tortenstück des bezahlten Zeltens. Bisweilen war es übrigens bei vielen Plätzen schwer zu entscheiden ob wir hier nun wildzelteten oder von Frankreich zum Zelten eingeladen waren.

Natürlich purzelten unter diesen traumhaften Bedingungen die Tausender in rascher Folge. 8000, 9000, die spektakuläre 10000km, sogar noch die 11000km. Wir fuhren wie im Rausch – ganze 3.817km in 100 Tagen! Ein Wahnsinnstagesschnitt von 63,62km. Das wird schwer zu toppen sein und spiegelt nochmals mit aller Kraft der Statistik die schöne Zeit wieder, die wir hier in Frankreich hatten und haben.





Gesamtstrecke
11.073km
797:40h
132.973kcal
Sonstige Wegmarken
- Platten – auch dieses Mal gab es nur einen leeren Schlauch zu beklagen und zwar leider bei mir im Vorderrad. Damit kommen wir zu dem neuen Zwischenstand: Radosława 5, Diva 2. Damit veringert sich der Abstand zwar ein wenig, aber da ist noch Luft.
- Schaltzugriss – ja, irgendwo in der Bretagne stand der Hebel fest und ich hatte nur noch die Möglichkeit in einer sehr hohen Übersetzung zu fahren. Obzwar ich Bremszüge schon erfolgreich gewechselt hatte, war dies Neuland für mich. An und für sich wollten wir den Zug in die nächste größere Stadt nehmen um einen Mechaniker damit zu beauftragen. Da der Zug jedoch erst in knapp zwei Stunden kam, nutzte ich kurzentschlossen die Zeit und siehe, nach fast zwei Stunden hatte ich es mit tatkräftiger Unterstützung meiner Reisegespielin repariert. Ein großartiges Gefühl, Dinge selbst wieder in Ordnung zu bringen. Da fühlt sich der Radnomade gleich ein wenig nomadiger.
- Liegengeblieben: Mütze – es war in den letzten Tagen auf Korsika, dass ich für eine Kopfwäsche an einer kristallklaren Quelle mein Kappe ablegte und vergaß sie wieder aufzusetzen. Doch sie war bereits sehr zerschlissen und verbleicht, stand schon im Visier für einen künftigen Austausch. Sie entschied sich, diese Degradierung zu meiden in dem sie selbst von dannen ging. Ein akzeptabler Verlust also und wir feiern, hektisch auf Holz klopfend, die außergewöhnliche Leistung erstmals auf dieser Reise hundert Tage nichts verloren zu haben.
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